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zehn letzten Jahre vier der finstersten Mächte unrettbar inden Abgrund gestürzt hat: den Kaiser Nikolaus, das HausHabsburg, die weltliche Macht des Papstes und die ameri-kanische Sklaverei? Es lohnte wohl der Mühe zu fragen,ob diejenigen gemeint sein können, einer mechanischen Ein-heit die bürgerliche Freiheit leichten Herzens hinzuopfern,welche überhaupt einen Ausweg aus dem täglich wüsterwuchernden, markverzehrenden System des bewaffneten Frie-dens nirgends sonst sehen, als in dem schließlichen Triumphjener Verfassungsform, welche eben Europa die Lehre gegebenhat, daß ein Freistaat aus einem blutigen Kampf um dieExistenz hervorgehen kann, ohne in die Hand eines kühnenSoldaten zu fallen? Ist es so sündhaft zu glauben, daßEuropa entweder unaufhaltsam rückwärts oder vorangehenmuß zu diesem letzten unvermeidlichen Schluß aus allenVoraussetzungen menschlicher Würde nnd menschlicher Frei-heit? Und das vorausgesetzt, ist es sündhaft zu glauben,daß Europa diesen großen Kampf nicht wird ausfechtenkönnen, bevor Deutschland im Stande sei, die ganze Kraftseines Armes und seines Geistes in die Wagschale zu werfen?Und das vorausgesetzt, ist es so sündhaft zu glauben, daß,um in diesen Kampf einzutreten, die deutsche Nation dieEinheit ihres Willens und ihrer Bewegung als unentbehr-liche Vorbedingung gefunden haben müsse? auf daß sie nichtmehr in die erbärmliche Lage komme, sich zu fragen, ob dasgute Recht auf Seiten des Großherzogs von Mecklenburg oderdes Großherzogs von Darmstadt sei, und daß sie nicht mehrin die abgeschmackte Notwendigkeit gerate, gegen angreifendeGewalt für den gesetzlichen staws hno und damit für Kur-hessen und Nassau, für ein Kehrichtfaß und eine Rumpel-kammer zu fechten?
Das und vieles Andere wäre zu fragen, und vielleichtwäre noch mehr zu antworten, als irgend ein Narr fragenkann. Aber man würde uns einwerfen, mit solchen großen
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