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veranlaßt, von unserer Ansicht abzuweichen. Wir wollendaher zur Rettung der preußischen Majorität nichts auf-führen, was irgend ein Vertrauenssystem in sie hinein inter-pretieren könnte.
Nur das wollen wir beweisen: die Verwahrung derKammer zu Gunsten von Recht und Freiheit ist so förmlich,wie die irgend einer äußersten Partei. Auch Bayern undWürttemberg haben Frieden gemacht, nachdem sie mit denWaffen protestirt hatten. Die Kammer konnte nicht mitKanonen-, sondern nur mit Stimmkugeln protestieren, ehesie Frieden machte; und sie hat das Recht so lange gewahrt,daß es in der Form noch über die Thatsachen hinaus eineBrücke fand für den ehrenvollen Rückzug. — Diesseits desKrieges geschlagen, nimmt es jenseits des Krieges eine neueAufstellung. Wir modifizieren, was wir im Eingang gesagt:Das deutsche Volk hat der preußischen Kammer keine In-demnität zu votieren, denn sie bedarf keiner Indemnität.
Leider ist es nun einmal nicht zu bestreiten, daß dieöffentliche Meinung in Frankreich dem Gang der Dinge inDeutschland feindselig geworden ist, und daß eine Regierung,welche irgendwie kriegslustig wäre, von der allgemeinenStimme mehr vorangetrieben als zurückgehalten würde.Heute braucht man ja für diese thatsächliche Bewandtnis denBeweis nicht mehr aufzubringen. Es liegt in dem diplo-matischen Rundschreiben, welches nicht im geringsten zur Er-