— 326 —
das einzige ganz vorurteilslos für Deutschland kämpfendeBlatt. Nun kommt auf einmal der deutsche Bundesgenossen-krieg. Daß der „Isroxs« für den Süden sein würde, warvorauszusehen. War er doch 1869 auch nicht sofort aufSeilen der Italiener gewesen, sondern hatte jener süddeutschenPartei näher gestanden, welche zu Oesterreich hielt und gernPreußen mit fortgerissen hätte. Wenigstens wissen wir, daßer die Parteinahme der deutsche Demokratie für Italien gegen Oesterreich höchst nngern sah. Er hat sich seitdem be-kehrt und wird sich ohne Zweifel auch zu dem neuen Deutsch-land bekehren. Gab es doch damals in der französischenDemokratie eine sehr namhafte Fraktion, welche sehr miß-vergnügt auf die Befreiung Italiens durch die französischeArmee blickte. Und es ist doppelt natürlich, daß eine mög-liche Einigung Deutschlands durch die preußische Armee, garnoch im Einverständnis mit dem Kaisertum, dieser Fraktionnicht zu Patz kommt.
Auch dieser Standpunkt hat seine Berechtigung undnicht ihm gelten irgendwie unsere Vorwürfe. Ebensowenigbestreiten wir die natürliche Folgerichtigkeit, aus welcher diebekannten Heidelberger und Badener Berichte des „Isrops«hervorgingen. Der Berichterstatter hatte stets zu unserenFreunden von der süddeutschen Demokratie gehalten; er lebteund webte mit ihnen, er vertrat bis zuletzt ihren Stand-punkt, und diesem Standpunkt nicht ungerecht zu werden,das ist ja unsere Pflicht, selbst da, wo er nns verdächtigt;es gehört zu unserer Selbsterhaltung, ihn zu begreifen. Auchdas verstehen wir noch, wenn ein Stockfranzos wie LouisBlanc in seiner Indignation über das, was Preußen thnt,sich so weit vergißt, daß er über die gewaltsam vernichteteSouveränetät des Hauses Hannover blutige Thränen ver-gießt. (Diese Seite müßte sich schön in einem seiner Kapitelüber den Krieg in der Vendee ausnehmen.) Aber wo allesVerstehen aufhört, das ist, wenn im „Ismxs« tagtäglich auf