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sich selbst regierenden Nation gebührt, wird mit Recht einersolchen Versainmlnng zukommen von der Zeit an, wo einesolche Versammlung auch das sein wird, was sie sein soll:das Willensorgau des Staates.
Die großen und kleinen Parlamente des Jahres Acht-undvierzig leisteten kaum mehr, als von den ersten Ver-suchen eines aus politischer Unmündigkeit an männliche Aus-gaben herantretenden Volkes zu erwarten gewesen war. Esliegt darum auch eine gewisse Übertreibung in der Liebhaberei,uns stets wieder auf jenes erste Lallen der Nation, wie aufeine heilige Offenbarung geheimer Wahrheiten zurückzuweisen,welche ausschließlich in den Urkunden jener Beratungenniedergelegt seien. Was jenes Geschlecht gewußt hat, dasweiß das heutige auch, und wenn dieses von der Frische desGlaubens an die Macht der Wahrheit und des Rechts etwasverloren hat, so muß es sich auch ein wenig der Unschuldund Unerfahrenheit entledigt haben, die in der Freude ander Verkündung herrlicher Grundsätze schwärmt, dieweil manihnen unter ihren Augen das Grab gräbt. Die Abgötterei,welche mit dem Parlament getrieben wurde, hat seinen Ver-ächtern Thür und Thor geöffnet. Durch die Pforte korrekterund gemessener Vorstellungen wird auch das Parlamentwieder zu Ehren eintreten.
So viel vom ungezügelten Glauben an die Heilkrafteines Stichworts. Was der ungezügelte Schrecken mit den-selben Mitteln leistet, das wissen wir Alle, denen keinZweifel darüber geblieben, daß die Losung „Sozialismusund Kommunismus" den Bannspruch abgegeben hat, mitdem recht eigentlich in Frankreich die Republik und von daaus in ganz Europa die Freiheitsbewegung in die Fluchtgeschlagen worden ist. Das rote Gespenst, wie es viel-sagender Weise genannt wurde, erschien der Fantasie derbesitzenden Klassen uuter allen Gestalten, mit welchen die