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Antwort: „Das wird es werden einstmals!" innerlich aberwürgten Scham und Zweifel. — Und jetzt erlebt Ihr esnicht, daß ringsnm alle Stimmen rnsen: „Heil Euch Deut-schen; jetzt geht es in Erfüllung; Euer Land ersteht ausder Asche!" Ihr erlebt es nicht, daß Aller Augen aufEuch blicken, daß alle Hände hinwärts deuten und weit imKreise die ganze gesittete Welt laut ausruft: „Dort kommteiu Volk zur Welt!"
So geht Ihr hin und seht es nicht, was Freund undFeind ringsnm mit Staunen betrachten. Schon raubt derAnblick Eurer werdenden Nation Frankreich den Schlaf,Ihr aber besinnt Euch, ob Ihr aufwachen sollt? MeintEiner, iu dem großen, eitlen, rauschenden Paris höre maujetzt von der Ausstellung reden, oder von neuen Straßenund Baulichkeiten, oder von Mexiko , oder von der nahendenEröffnung der Kammern? — Nichts von alledem! Deutsch-land heißt die Parole. Mit Deutschlnud steht man auf, initDeutschland geht man nieder.
„Die Deutschen macheu ein Parlament, ein Volk, einReich, sie haben gegessen vom Baum der Erkenntnis, denihnen der Eigennutz ihrer Fürsten, die Eifersucht ihrer Nach-barn so lange verwehrt. Das wird sein: Schrecken uudHerrlichkeit!" — So ruft es von allen Seiten.
Kein Blatt, kein Buch, keiu Zwiegespräch, oder eshallet daraus wieder: Deutschland . Der eine sagt's mitNeid: Frankreichs Weltherrschaft geht zu Ende, kommt erstdies Volk von Arbeitern uud Denkern hinter das Geheim-nis seiner Kraft! — Der andere verkündets mit Freude:Deutschlands Auferstehung ist der Freiheit Morgenrot, dennnur die Freiheit wird uns die Stärke geben, mit ihm zuwetteifern! —
Also tosen Furcht und Hoffnung an Eurer Grenze.Nur Ihr allein wollt nichts gewahr werden. Deun das ist