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Glauben Sie, daß er deshalb begeistert sei, sür unserRecht und unsere Freiheit in der Art, wie wir die Dingeauffassen? Nein, durchaus nicht! Sie werden ihm nimmerbeibringen die Gewissenhaftigkeit, welche das Recht desEinzelneu und das Recht des Ganzen gegenüber der herr-schenden Gewalt instinktmäßig in Schutz nimmt; allein Siewerden meistens ein offenes Auge iu ihm finden sür Das,nias lebensfähig an einer Nation ist, denn er hat denTrieb nach großer politischer Wirksamkeit, ohne welchen inmonarchischen Staaten nichts zu vollbringen ist, und wirleben bis jetzt in monarchischen Staaten. Er hat dasZeug eines Staatsmannes in sich, er hat gesuhlt, daß zu-nächst mit unsern alten Institutionen nichts zu machenwar; und so sind wir von beiden Seiten ans den Punktgekommen, wo wir fanden, daß unsere Überzeugung in ge-wissen Dingen sich berühre, daß die Interessen des Mannes,welcher der große Politiker einer Nation zn sein berufenwar, zusammentrafen mit dem Begehren derer, welche dasRecht der Nation auf Größe und Freiheit im Herzentragen. Das ist nach meiner Auffassung die BedeutungBismarcks, deu ich weder in seinen Untugenden, noch inseinen Tugenden verkenne. Wann wird die deutsche Nationaufhören, ihn wie einen Wau-Wau, mit dem man dieÄinder hinter den Ofen verscheucht, zu betrachten? DiesenMann, der vou dem gesamten Auslande als derjenige be-trachtet wird, der nach seiner Weise die deutschen Geschickemächtig erweitert hat, — und der ihnen jene wichtige Weu-oung gab, von der ich hoffe, daß sie weit über seiu nächstesZiel das Recht und die Freiheit der deutschen Nation werdeherbeiführen. (Bravo!). Und nun, da wir von Bismarck
gesprochen, meine Herren,.....ich hoffe, ich halte Sie
nicht zu lauge hin; die Sache muß mit Ausführlichkeit besprochen werden. Ich werde mich möglichst kurz fassen;