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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
41
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wenn Sie mir aber noch einige Geduld schenken wollen, sowerde ich Punkt für Punkt weiter gehen, da ich nicht hoffenkann, Sie noch einmal zu einer solchen Versammlung, inder wir die Sache gründlich erörtern können, zu vereinigen,und es ist besser, da Sie mir doch einmal Ihren Abendgeschenkt, wir bleiben zusammen nnd sprechen redlich undtreu zu Ende. Es mag ein Opfer für Sie sein, aber derDienst des Vaterlandes ist auch hierin nicht immer einleichter.

Vou Bismarck führt mich mein Gedanke natürlich zuPreußen . Ja, meine Freuude, wenn man uns von Preußenspricht, so wirst man es nns an den Kopf, als wenn wirwirklich Preuße» gemacht Hütten mit allen seinen Fehlernnnd Schäden. Wenn ich höre, wie unsere Gegner nns an-schnauzen, so oft von Preußen die Rede ist, so bin ich inGefahr, mir vorzukommen, wie seuer Schulkuabe, der aufdie Polternde Frage seines Lehrers:Wer hat die Welterschaffen?" ängstlich antwortete:Ach, Herr Lehrer, ichwill es mein Lebtag nicht wieder thun!" (Heiterkeit.)Haben wir Preußen gemacht? Es ist das Erbstück derdeutscheu Nation! Ich will hier nicht untersuchen, waogutes und was schlechtes daran, ob man stolz darauf seintaun, ein Preuße zu seiu oder uicht. Ich kenne wenig-stens viele Leute, die stolz darauf sind, aber ich habe bisjetzt noch niemanden gesunden, der stolz daraus gewesenwäre, ein Hessen-Darmstädter zu sein. (Heiterkeit.) Aberwir wollen das liegen lassen! Ich sage, Preußen isteinmal da, wie wir es haben, und wir müssen mit ihn»nns verstehen, wenn wir dem praktischen Leben angehöre»wollen uud nicht mit leeren Phrasen über die Wirklichkeithinaus bis zu den Steruen rufen, und auf dasTischchendeck' dich!" eiuer unverbürgten Zukunft uus verlassenwollen. Ja, ich begreife noch am ersten die Konsequenz