Eine Nation muß durch eigene Kraft, selbst aus der Schuledes Lebens, aus ihrer eigenen Bildung uud eigenem Willenhervorgehen und nicht glaube», daß sie imstande sei, insolgeeines ans fremdem Boden fallenden Signals und einigerStimmsührer mit dem Volke machen zu können, was siemir will.
Hat die Demokratie den Mut, zu behaupten, das;Deutschland jetzt imstande sei, an eine siegreiche und glück-liche Revolution auS eigener Selbstbestimmung zu denken?Ohne daß die dreißig Millionen nördlich des Mains darübereinig seien uud entschlossen, mitzukämpfen? Und dafürhaben nur nicht deu allergeringsten Anhaltspnukt. Aberes kommt Euch nicht daraus an, wie die Dinge in derWirklichkeit stehen, ob sie Lebensfähigkeit besitzen. Ihrschmeichelt nur allen unklaren Hoffnungen und Träumendes Volkes. Ihr schleudert leichtsinnige uud gedankenloseWorte hinein, ohne Euch Rechenschaft zu geben, ob eiuFunke von Wirklichkeit dahinter sei. Es hat mich befremdetund schmerzlich überrascht, in einem Programme, das ehren-werte Namen trügt, Ausspriichc zu siudeu, die liebäugelnmit Aufgaben, die niemand von uns heute zu lösen im-stande ist. Es kommt deu Herren nicht darauf au; sieliebäugeln mit der äußersten Rechten und mit der äußerste»Linken, wen» sie »»r Stimme» herbeiführen können, »ndwenn es eine Partei gäbe, die verlavgte, daß der Mond-schein ans Flaschen gezogen uud zu Lebenselixier destilliertwerde, so würden die Demokraten auch von diesem Lebens-elixier ihr einige Proben versprochen haben. (Heiterkeit.)
Ich sage dies mit Hinweis auf die Stelle des Pro-grammes der demokratischen Partei, wo gesagt wird, daßma» Mä»ner wählen solle, die ein Herz haben für dieNot des Volkes. Glauben die Herreu vielleicht, daß sienicht nur daS Monopol des Verstandes, der Liebe zum