Druckschrift 
4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

53

künftige Menschen sich über das Schicksal unseres in derLuft schwebenden Ländchens Rechenschaft geben, und ichmuß daher voraussetzen, daß sie ihr Rezept für die Be-handlung der beideu südmainischen Provinzen als tiefesGeheimnis den Vertrauensmännern mitgeteilt haben, welcheHerrn Dr. Dumont so einstimmig aus ihren Schild er-hoben. Leider bin ich heute noch nicht in der Lage, diesgut bewahrte Geheimnis erkundet zu habeu. (Heiterkeit.)

Was aber, meiue Freunde, was wollen wir? Wirwvlten ganz einfach in der Weise vorangehen, daß wir vorallem unsere Hoffnungen darauf setzen, mittelst des Stimm-rechts der deutscheu Nation die deutsche Nation selbstuud ihre Regiernugcn zu erziehen zum bessern politischeuLebe». Wir haben erst eben wichtige Erfahrnngen ausWahlen gemacht, die nicht fehr freiheitlich ausfielen undwerden noch mehr derartige Erfahrungen mit dem allge-meinen Stimmrechte machen, daß nämlich für die allgemeinpolitische Erziehung unseres Volkes noch viel zu wünschenübrig bleibt. Aber wir müssen diese uuvoilkommenen Zu-stände zn besseren anszubildeu suchen und zwar mittelst derErfahrung und Uebung der eigenen iiraft, die keinem er-lassen wird, der es im Leben zn etwas bringen svll. Wirmüssen nns in gemeinsamer Arbeit eines gemeinsamen Par-laments und in dem, nm dasselbe konzentrierten, gemein-samen Denken der Nation an die Lösung großer Ausgabengewöhnen, um dann, wenn es nns vergönnt sein soll, nichtvon äußern Stürmen nuterbrocheu zu werden, nach Ab-lauf der gegenwärtigen Wahlperiode freisinnigere Wahl-resultate zu erzielen und mittelst dieser endlich dahin zngelangen, die fanlen und dürreu Stämme, welche einewüste Vergangenheit auf dem Boden des Vaterlandeszurückgelassen hat, zu fällen. (Beifall.)

Wir wollen auch, da wir doch einmal in einer