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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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monarchischen Verfassung stehen, den Weg verfolgen, derauf diesem Boden allein zu gesitteten Zuständen führt,den Weg, auf dem uns glücklichere Monarchien, wie Eng-land, Holland, Belgien , vorangegangen sind. Charakteristischan den Zuständen dieser Staaten ist, daß allgemach ihreregierenden Häuser von der Nation zu besserer Einsichterzogen worden sind, daß sie einsehen lernten, ihr eigenesInteresse stehe nicht notwendig mit den Interessen desVolkes im Widersprach, und daß sie sich mit Anstandund ohne Murreu vor der öffentlichen Meinung beugenlernten.

Es geht uns mit den Regierungen, wie Siemögen mir die Vergleichuug verzeihen wie den Gesetz-gebern mit den Verbrechern; Nur müssen sie entweder un-schädlich machen oder bessern. So lange sie nicht mit Ge-walt unschädlich zn machen sind (und Sie werden sichnicht dem Glauben ergeben können, daß die Kandidaturunserer Demokratie uns einen Mazzini verspreche, welcherdiesem Unternehmen gewachsen sein möchte), so lange wirsie nicht unschädlich machen können, müssen wir uns dermühseligen Aufgabe widmen, sie einigermaßen zu erziehennnd besser zn machen, und bei diesem schwierigen Versuchist es doch rätlicher, wir suchen uns Einen heraus, denwir zu bessern und zu erziehen hoffen dürfen, als dreißigoder noch mehr zugleich. (Bravo ! Heiterkeit.)

Diese Thätigkeit beginueu wir damit, daß wir ineinem deutschen Parlament eine Vertretung der deutschenGesamtheit erzielen, und so die gesamte öffentliche Meinungals die wirksamste Kraft nns zu Gebote steht. Und wenndie Gegner keine Ausdehnung der Kompetenz des Zoll-parlamentes zu politischem Berns wollen, so ist das garnichts anderes, als wenn dieselben der ungereimten Theorie,die von gewissen Schwaben ausgebreitet wurde, bei-