Mvrgentraum ausschlafen, mit hunderttausend Äehlen denVerlauf des neuesten Weltprozesses in die Luft schmettert,als die wackerste, munterste, Gott preisende Dampf-Lerchedes Himmels' uud der Erde. Der ist kein echter Sohn desJahrhunderts, dem nicht der eigentümlich süße, frische,feuchte Dust des eben geborenen Morgenblatts ein Wohl-geruch ift. trotz dem Odem des Feldes. Wir schlagen esauf, und verrichten unser Frühgebet. Denn jetzt begrüßenwir das Universum bis zu den Antipoden und suhlen uusgestärkt in der Gemeinschaft des Denkens und Wissens mithnnderttansenden unseres Gleichen, empfinden das erhaltendeBand, schauen die waltende Ordnnng, hören den hallendenTritt des großen Weltgeschickes, senden unsere innersteHerzensansicht hinaus und empsaugen sie zurück von Un-zähligen unserer Mitlebenden. Dem Menschenbeobachterwill es oft thöricht erscheinen, daß wir mit Vorliebe nachden Blätter» greife», die unserer eigene» Meinung diene».Machte er sich klar, wie die Zeituug mit an die Stelle vonGottes Wort getreten, wie die Weltangetegeiiheiten derInhalt unserer religiösen Auschaiinngsfvrm gewvrde», sowürde er fich sage», daß dies mit Notwendigkeit so zugelN '-daß uicht Wiß- noch Nenbegierde, sondern Gattungs- undHerzensbedürfnisse uns dabei treiben, daß der Mensch, dernach der Zeitung seine Hand ausstreckt, geleitet wird voudem Trieb, seinen Glaube» zu kräftigen, seinen Geist zuerheben z» dem, was ihm hoch und heilig ist, und darumiu seiner Zeitung lesen will, wie er vordem in seinemBuche betete. Ein schlechtes Geschäft hat bei diesem Tauschdas Publikum uicht gemacht. Für ein Lumpengeld gebenwir Journalisten ihm kvmptante, verständliche, unersetzlicheWare, Welten voll Thatsachen und Erkenntnissen, da woihm die Priesterschaft vormals »in teureu Preis bedenklicheWechsel auf die Sterne verkaufte. Und von bouzenhafter
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