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Anmaßung kann uns dabei so wenig bekommen, daß keinSterblicher mehr als wir das Gefühl von der Flüchtigkeitund Vergänglichkeit seines Wirkens mit sich herumträgt.Das Beste, Mas wir aus Hirn uud Herzeu Pressen, sehenwir wie die Furche, welche das eilende Schiff im Wasserzieht, von der nächsten Welle verschlungen: von allemGuten und Bösen, das wir säen, bleibt keine Spur, dieunsern Namen trägt, und zur Unsterblichkeits-Auferstehuuggeheu wir ein in die Schieblade des Käsekrämers. Dochsagen wir getrost mit der lustigen Person, die uus nichtganz unverwandt ist:
Gesetzt, daß ich von Nachwelt reden wollte,Wer machte denn der Mitwelt Spaß?Den will sie doch und soll ihn haben'.Die Gegenwart von einem braven KnabenIst, denk ich, immer auch schon was.
Ehedem griff ich wohl zur Broschüre: doch war dasiu der stilleren Zeit vor 18l>6, da es noch gemächlich beiuus herging. Auch die Flugschrift ist heute schon zu schwer-fällig geworden für den Geschwindschritt unserer Tages-prüokkuvation; sie paszt übrigens weniger in den Geschäfts-gang des auf Betrieb dauerhafter Ware angelegten deutschenBuchhandels. So hab ich, um der raschen uud aus-gebreiteten Wirkung sicher zu sein, diese drei Jahre hermich immer wieder der Lust ergeben, die erste starke Regungiu die Tagesflut hinausströmen zu lassen. Eine gute Ge-meinde vvn etwa einem Dutzend rüstiger Blätter stand mirzu Gebote, um wie aus einer Reihe von Sigualstntionenqner durch Deutschland von Posen bis Nürnberg am selbeuTag mein Stücklein auszuspielen; und ich glaube, das kleineSystem hat sich bewährt. Auf diesem Wege sind auch diehier gesammelten Briefe in den drei Sessionen des ersten