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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
77
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Zoll-Parlaments ursprünglich in die Welt gekommen. Eingewisser Anklang, den sie fanden und der mir zur Auf-forderung ward, ihueu noch ein Weilchen das Leben zufristen, ist teilweise die Wirkung vom Nachklang der Freudeüber einen Wahlsieg, der, nicht ohne Grund, vorher kaumfür möglich gegolten hatte. Denn wir fanden uns im gol-denen Mainz der wunderbarsten Mnsterkarte aller deutschenHydraköpfe gegenüber. Obenan die älteste protestantischeRegierung, die Erbin des Reforinativnshelden Philipp, jetztschwelgend in allen Freuden und Künsten des Papismus;sekundiert vom streitbarsten der Kirchenfürsten mit seinemsormidablen Gefolge von Hyänen und alten Weibern; uudin engster Verbrüderung mit dieser edlen Gesellschaft derganze Chor der Rache ans dem Krühwinkler Freiheits-puppeuspiel, diesmals aus besonderes Allerhöchstes Ver-langen in großem Kostüm mit uagelncueu Vcrrinas, Saint-Iusts uud sogar mit leibhaftigen Baboeufs ausgestattet;endlich, auf daß gar nichts fehle, am Schluß des Zugesdie großdeutschen Musikanten mit der schwarzgclben Fahneund sogar einige Fransauillvns mit trikoloren Kränzen fürdie Rückkehr der Grande Nation. Dieser ganze Plunderwar ausgestanden wie ein Mann, und seinen bunten Bil-den, hatten wir nichts gegenüberzustellen, als den un-gelenken Racker von deutschein Staat, dessen beste Hoff-nungen noch eingeschnürt sind in Windeln aus hartem,grauein preußischem Kvmmistuch. Wer die Rheinlandekennt und namentlich den Teil, ans dem dies alles vor-ging, der muß in der That einräumen, daß dieses fröhliche,bewegliche, respektlose Volk große Selbstüberwindung an sichübte, indem es sich zum Verständnis der beinah noch abstraktenVorzüge des neuen Vaterlands in dieser seiner anmutslosenForm erhob. Seit achtzig Jahre», Dank der jakobinischenSintflut, aller adligeu Landesinsassen entledigt; seit Julius