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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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mehr. Wenn die Sache der deutschen Nation nicht imSchvvsze derselben sv viel natürliche nnd nnnatürlicheFeinde hätte, wären wir dach längst nicht mehr in demdürftigen Vorbereitungszustand, in dem wir gerade ebenerst aufzuhöreu augefaugeu habeu, der Gegenstand des Mit-leids und des Spotts aller gesitteten Völker zu sein. SolcheSchicksale wurzeln nicht in Kleinigkeiten, ihre Ursachen sinddaher nicht im Handumdrehen zu beseitigen. Meuschcuoder Gesamtheiten, denen es aus die Länge schlecht geht,tragen den Keim ihres Unglücks bekanntlich immer in dereigenen Brnst nnd sind namentlich schwer zu kurieren,weuu sie einmal über die erste Jugend hinweg sind. Altist uuu zum Glück allerdings die deutsche Nation an Po-litischen Lebenssahren auch nicht zn nennen: ihre einge-fleischten Untugenden stammen noch ans der uupolitischeuVorzeit, aber gerade die Nachweheu dieser letztereu sindwegen ihres hoch binausreichenden Ursprungs schwer aus-zurotten, nm so schwerer, als zwischen dem Moder unddem Zops ja auch sv viel Gutes und Gesundes mit ein-gewachsen ist, das geschont und gepflegt sei» will.

Ich sage also nnd habe es ja immer gesagt, wennwir vom künftigen Zoll-Parlament sprachein So tiese Ge-daukeu und geheime Hoffnungen sich auch an die Sacheknüpfen, so sehr muß man doch darauf gefasst sein, das;die große nnd die kleine Politik, die Frechheit der einenund die Zimperlichkeit der andern, die Epitalsnppeuselig-keit der Philister nnd die Feuerfresserei der Himmelsstürmersich zusammeuthun werde«, um etwas tot zn machen, dasmöglicherweise zu verständiger Ausbildung des gemeiusamendeutschen Staatswesens herangcpflegt werden könnte nndschließlich auch trotz allem noch zur Erreichung unseresletzten Zweckes erfolgreich mitarbeiten wird. Denn Gvttverläßt zwar die Deutschen sv gut wie die anderen Menschen,

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