Stunde gesagt: Erwarten Sie bei Leibe nicht, daß wir inBerlin sofort ein großes politisches Feuerwerk abbrennennnd die Welt durch große Thaten in Erstaunen setzen.Die Zeiten sind überhaupt vorüber, iu denen man hoffte,die Welt mit Reden aus den Angeln zn heben, nnd wennsie auch nicht vorüber wären, so konnte man doch nichtdaran denken, daß bei den dermaligeu ebenso merkwürdigverschluugeneu als unbequem eingegrenzten Zustanden einparlamentarischer Geniestreich mit Glück au dieser Stellennternommen werden möchte.
Nicht minder habe ich denen, welche beim Abschied znnur sagten: „Nuu, wir werden bald über Sie in denZeitungen lesen, wenn es einmal iu Berlin losgeht", —immer geantwortet: „Macht Euch nur darauf gefaßt, daßich keine langen Reden loslassen werde, Zeit und Ort sindglicht dazu angethan". Ich habe bis jetzt Wort gehaltenund hoffe es auch bis zum Ende auszuführen. Bei deuwirtschaftlichen Tingeu, die hier zu verhandeln sind, läßtsich das Zweckmäßige einfach nnd kurz vortragen. Werbei diesen Verhandlungen das Thatsächliche allzu ausführ-lich bespricht, der ermüdet, nnd wer es zn sehr ins allgeineine hinüberspinnt, der bringt die Versammlung, welcheihre Zeit sehr nötig hat, um ihr kostbares Gnt, ohne etwasanderes vorzutragen, als was nenn Zehnteile längst sichselbst gesagt hatten. Auch ist es mit wenigen Ausnahmenim Zoll-Parlament bisher beobachtet worden, bündig, schlagendund zur Thatsache zu reden, und die wenige Arbeit, welcheans Grund der Vorlagen abgethan werden konnte, wurdebesonders vvu der liberalen Seite mit Gewissenhaftigkeitund Schärfe behandelt.
Von großer Politik, über welche etwas zn hören Siewohl am meisten Lnst verspüren, kam gerade soviel ansdie Füße, als man erwarten dnrfte, ja eher noch etwas
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