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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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dürfen wir getrost uns dessen freuen, daß, ehe der Vor-hang zwischen den thätigen und deu zuschauenden Teil-nehmern dieser großen Staatsnktion niederfiel, die Rätsel,die Stürme, die Peinlichkeiten alle, so man gemeinsamdurchlebt, wie läuternde Prüfungen im Hintergründe sicht-bckr wurden, während auf dem vordersten Plan sämtlicheMitwirkende, hoch uud niedrig, von rechts und links, har-monisch gruppiert im wohlgeordneten Halbkreis sich zu-sammenschlössen, beschienen vom Lichte einer hoffnungsreichenZukunft. Dadurch kam es, daß man anseinanderging mitdem Gefühl, Gutes und Böses, wie immer es sich durch-kreuzt habe, sei schließlich doch dem frommen Zweck desgroßen dauernden Ganzen dienlich gewesen; und solch einEnde oder Abschnitt ist immer das Höchste und Beste, wasLeben oder Kunst zu geben haben. Solch ein Gang derDinge hat vor allein das Erbanende, daß er zeigt: es liegtdem Streben, nm daß es sich handelt, ein gesundes, ge-rechtes, starkes Wollen zu Grunde, welches anch die wider-strebenden Zwischensälle iu seine Sphäre hineinzwingt, jadie schädlichen selbst nötigt, sich in nützliche zu verwandeln.Dergleichen ist die wahre Bürgschaft künftigen Gelingens. Das sind so etwa die Gedanken, mit denen wir, undzweifelsohne auch Sie, m. H.!, in diesen Tagen auf dieSchwierigkeiten des Aufangs zurückschauteu. Um so besserfür den, welcher, wie Ihr ergebener Diener, niemals denMnt hatte sinken lassen.

Zwar weiß ich, daß auf alle diese Betrachtungen eineAntwort bereit ist, welche mit einem bloßen verächtlichenAchselzucken das ganze Gebäude unserer letzten Eindrückein Staub aufzulösen sich anheischig macht. Was ist denngeschehen? wird man uns sagen Festlichkeiten?Worte? Toaste? Thronreden? Händedrücke? Ist dasnicht das bekannte Bühnenmaterial aus der alten Rumpel-