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Mann aus seinen Erfolgen doch erübrigt haben, daß erbedenkt: es können große, schwere Zeiten kommen, in denendas Parlament seiner Politik große Dienste zu leisten be-rufen wäre, und in denen er bereuen müßte, es zu Schandengeritten zu haben. Denn wenn er das nicht dächte, sohätte er alle große Politik an den Nagel gehängt, und dasglaub' ich nicht. „Hui g, du, boira!" Nein, es ist blosstarrer Sinn, der sich nicht bequemen kann, unter denWillen einer Mehrheit sich zu beugen, es ist alter Minister-und Rcgententrotz von anno vor 186k, und mit dem könnenwir unsere Zukunft nimmer bauen. Drum haben wirwiderstanden. Wir müssen den Bundeskanzler in Schutznehmen gegen Herrn von Bismarck. In späteren Tagenwird er es nns danken. Sein Schmollen, wir tragens soleicht, wie er das unsere. Müssen doch am selben Karrenziehen! Ja, wäre die Petroleumsteuer nur ein militärischesBedürfnis, oder irgend ein angestammtes Juwelchen, wieklein auch immer, in der Krone der Hvhenzollern, so hätteuns Herr v. Bismarck sicher gesagt: „Gern, liebe Herrn,von Herzen gern! — aber, Sie verstehen, der König! esgeht nicht. Seine Majestät lassen nicht von der Petroleum-steuer, es ist alte Hoheuzollern-Uberlieferung." Nun istaber zu des Bundeskanzlers Unglück bei Lebzeiten derBurggrafen von Nürnberg das Steinöl noch gar nicht er-schlossen gewesen und eine erbliche Vorliebe für dessen Be-steuerung in König Wilhelm nicht vorauszusetzen. SeienSie überzeugt, wenn der Graf unser Kvmprvmis ange-nommen Hütte, der König hätte es lieber gesehen als dasUmgekehrte. Und so viel weiß ich: alle übrigen deutschenRegierungen würden sich gefreut haben über diesen Ver-gleich. Pflegen doch auch sonst nichts zu verschenken!Leiden nicht an Gemütsschwäche. Aber diesmal waren sieehrlich und redlich dabei, das Zoll-Parlament bei Ehren