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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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Teil von der Gesamtzahl und das noch in den wichtigerenSitzungen nnd Momenten. Eine repräsentative Versamm-lung, in der eiu solcher Bruchteil sich der Mitarbeit ent-schlagt, ist schon in ihren eigenen Augen entkrüstet undentwertet. Die Lücken auf deu Bänken predigen die Ver-geblichkeit des Mühens. Also vor der Zeit erkaltet undermattet, sieht dann ein Parlament den letzten Tag seinerBeratschlagung heranbrechen. Da herrscht dann grade soviel Aufmerksamkeit nnd Arbeitsernst, als in der blassewährend der letzten Lehrftnnden vor dem Beginn derFerien. Wer nicht schon leibhaftig draußen schweift, derthut es doch im Geiste.

Diesmal ausnahmsweise begann der letzte Tag miteinem großen Aulauf. Es war ja der entscheidende, andem noch einmal die Petrolenmsteuer in die Schranken ge-führt werden sollte. Graf BiSinarck war endlich erschienen,und alle Herren von, ans nnd zn waren herbcigeblaseuworden zum letzten Stnrm. Und als diese Schlacht ge-schlagen, folgte natürlich auf die außergewöhnliche Spannungeine entsprechende Abspannung. Das nun war der Augen-blick, in welchem die Reihe an die Behandlung sämtlicherPetitionen kam. Nicht blos der letzte Tag, sondern desletzten Tages letzte, matte, geduldlose Stunde. Wie kollertenda Gerechte und Ungerechte im gleichen Galopp zur Grubehinab. Kaum daß es gelang, dem Arm des Totengräberseine Minute zu wehren, als zwischen dem Mann ausWürttemberg, welcher das Parlament zu eiuer Nntional-maßregcl gegen die Maikäser aufforderte, und der Franaus Schlesien , welche zu ihrem Privatvergnügen nach einemHochverratsprozeß gegen die BreSlauer Zeitung begehrte,eiu Anliegen der allcrgewichtigstcn nnd dringlichsten Ratnran die Reihe gelangte. Es handelte sich nm nichts Ge-