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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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schritt der Welt wieder erobern, und, dies wahrnehmend,die ungesnnde Eifersucht und Verzweiflung los werden,welche deu europäischen Brandstiftungsversuchen so leichtesSpiel versprachen. Wie nützlich das alles mit seinen wei-teren Folgen für uns sein muß, brauche ich nicht nachzu-weisen. Es möge zunächst eine Gegenströmung bildengegen den frostigen Winter, der aus dem Nord-Ostendes deutschen Reichs weht. Sodann möge es die imSchlafe stören, welche die kaum halbgethane Arbeit von1866 mit unendlicher Selbstgenügsamkeit betrachten.

Endlich aber, und das ist hauptsächlich zu wünschen,mögen wir wieder einmal lernen, daß die unbesiegbareLebenskraft der öffentlichen Meinung nur da gedeiht, wodas Bewußtsein eines großen Volkes in einem wahren,ungeteilten Staat und in einer Volksvertretung sich zu-sammenschließt. So lange wir unser Flick- und Stückwerkbehalten, sind wir verdammt, stümpernde Unterthanen zubleiben. Im vielgescholtenen Frankreich bricht die öffent-liche Meinung den Widerstand eines mächtigen Kaisers, indeutschen Landen ist sie zu ohnmächtig, auch nur einenMinister zu stürzen, der lächelnd sie mit Füßen tritt.

Ihr ergebenster

Ludwig Lamberger.