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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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richtuugeu zerstoben. Geblieben ist niemand als der ehe-malige Znchtmeister von Wnldheim, der Politische Tausend-künstler, welcher die sächsischen und großdeutscheu Angelegen-heiten mit so bewährter Meisterschaft aus das Schlacht-feld von Königgrätz zugesteuert hat. Die deutschgesiuntenMänner, welche mit ihm an's Ruder traten, welche beimSchützenfest mit ihm toasteten, mit ihm und mit FranzJoseph iu den süddeutschen Bruderkuß sich teilten, hat erhinterrücks die Hofburg hinabgestürzt. Zu ihrem Ersatzehat er sich einen Polen , einen eingefleischten Hasser allesDeutscheu verschriebe», der seit 1866 für ihn in der fran-zösischen Presse gegen die Deutscheu iu und außer Oster-reich wühlte. Prophezeien ist ein undankbares Handwerk,aber es heißt kaum Prophezeien, wenu mau voraussagt, daßin Österreich schließlich Herr von Benst dieselben Lorbeerenpflücken wird, wie in Sachsen. Der Dualismus sollte dieFormel sein, mittels deren der große Zauberkünstler dieGeister beschwören wollte. Aus der Zweiteilung Cis-leithanien nnd Transleithauien, Deutschland und Ungarn ,ist aber mit unvermeidlicher Konsequenz eine Dreiteilunggeworden. Deutschland, Ungarn, Polen : daraus erhob sichmit gleicher Notwendigkeit der Anspruch auf Vierteilungaus dem Muude der Czechen; bereits klingt hinein der Rufder Nutheuen, der Südslaven, deren jeder seine Nationalitätmit gleichem Rechte wie Ungarn zu bergen gesonnen ist.Aus dem Dualismus wird der Atomismus. Gerade dasist allerdiugs erst recht uach dem Geschmack unserer gegueri-schen Landsleute. Obliegen sie doch auch dem Bemühen,sogar in Norddentschland mit dein Mikroskop möglichstviele Nativnalitäten aufzusuchen, auszusondern, wasdeutsch und was nicht deutsch seiu soll, etwa in Preußen einen besoudereu Staat von Wenden, von Kassnben, vonObotriten uud was sie sonst noch Trennendes uud Ge-