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>trnimnstab in seinen Sprengel einzurücken. In ähnlichemSinn haben Sie Ihren Abgeordneten znm Zoll-Parlamentgewählt, nnd wenn irgend ein Fleck deutscher Erde gegendie Gewaltthat seiner Ausschließung aus der Gemeinschaftdes deutschen Staates zu Protestieren recht thut, so ist esder uuserige, denn die leibhastige Wirkung dieses Miß-verhältnisses ist keine andere als die seiner gänzlichen Ent-mündignng. Indem wir verhindert sind, mittelst eigenerPerson am Reichstag zu erscheinen, sind wir desjenigenGrundrechts beraubt, welches heutzutage keinem Volk mehrbestritteu wird, des Rechts, au der ihm bestimmten Gesetz-gebung mitzuarbeiten. Werfen Sie nur einen Blick geradeauf diese Angelegenheit deS Strafgesetzbuchs in ihremKonflikt mit der Frage der Todesstrase. Wer zweifelt, daßdie Entscheidung, wie sie hier im Norddeutschen Reichstagfiel, auch für unser — der Geographie bisher unbekanntes- südhessisches Land das Gesetz schuf? Und dennochhatten wir nicht ein Sterbenswörtchen dabei mitzureden!Und dennoch, wie leicht konnten unsere sechs Stimmen demBeschluß, der nur mit acht Stimmen Mehrheit gefaßtwurde, eine andere Wendung geben! Da können Sie esmit Händen greifen, wie aberwitzig jene sogenannte Politikräsonniert, welche nicht will, daß wir in den NorddeutschenBund eintreten, darum, weil er nicht die FrankfurterGrundrechte verkündet hat. Aus lauter Schwärmerei fürdie Grundrechte wird das erste und vornehmlichste dieserselbigen Rechte Preis gegeben, welches heißt: Mitwirkungan der Beratung und Beschließung der Gesetze. Aus lanterLiebe zu den Grundrechten versagen sich jene Faseler dieMöglichkeit, sich selbst Grundrechte schaffen zu helfen.Gestern hat der Reichstag ein Strafgesetzbuch vollendet,welches morgen bei uns seinen Einzug halten wird, wermöchte das in Zweifel ziehen? Aber während Canada und