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diesen Gelder zu schicken, hängt nicht lediglich von unseremWillen ab. Um ihnen zahlen zu können, müssen wir ent-weder ihr Schuldner sein oder ihnen Vorschüsse machenwollen; ein drittes ist nicht denkbar. War nun der Standder Handelsbilanz in früheren Jahren ein solcher, daß wirohne Bar-Aussendungen von wesentlichem Belang im Durch-schnitt unseren Konsum an fremden Waren bestreiten konnten,so ist jetzt noch viel weniger als sonst die Notwendigkeit zusolcher Ausgleichung mittels Barmittel gegeben. Dennnicht mit Metallen allein, sondern zum großen Teil mitAnweisungen aufs Ausland zahlt uns Frankreich . Wirsind also mehr als früher Gläubiger, weniger als früherSchuldner des Auslandes; mit andern Worten, wir sindmehr aufs Vorschnßgeben als auf Abtragung von Ver-pflichtungen ans Anstand angewiesen.
Fassen wir diese Verhältnisse zusammen, so stehen wirvor der Thatsache, daß — soviel auch durch Nebeneinflüsseau diesem Hauptphänomen geändert werden möge — Deutsch-land infolge des Empfangs der Kriegsschuld mit einer ge-wissen Summe von Barmitteln und von Forderungen ansAusland versehen wird, auf deren Verwendung es nichtvon vornherein eingerichtet war. Beide Seiten der That-sache , sowohl der Überfluß an Forderungen nach außen, alsder Überfluß an Zahlmitteln nach innen, führen dieselbeWirkung herbei: den natürlichen Drang, Wertobjekte vomAuslande herbeizuziehen. Denn die Vermehrung der barenZahlmittel ist gleichbedeutend mit einer Steigerung derPreise, lockt also Wareu vom Auslande herein. Des-gleichen das Vorhandensein zahlreicher Forderungen ansAusland treibt zum Angebot dieser Forderungen, d. h. zumAngebot des Wechsels, welches die deutsche Kaufkraft fürauswärtige Objekte steigert.
Wir sehen hiernach, daß die charakteristische Folge der