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die wirkliche Absorbierung einer solchen Wertmasse überausviel mehr Zeit in Anspruch nimmt; und zwar soviel Zeitals nötig ist, um durch erleichterte und beschleunigte Pro-duktion im Inland (vermehrte Umlaufs- und Kreditmittel)oder durch die günstigen Wcchselverhältnisse zum Ausland(vermehrte Kaufkraft unserer Valuta) den Nationalvorratan brauchbaren Gütern zu vermehren. Nur ein solcherGang der Dinge entspricht auch dem äußeren Verlauf, vondem sich unsere sinnliche Vorstellung Rechenschaft gebenkann. Wir schleppen nicht für 4 oder 5 Milliarden FrankenObjekte mehr als früher im Laufe von 2 Jahren nachDeutschland herein, noch weniger können wir sie ausunserem Innern in solcher Zeit herstellen. Ein großerTeil der Liquidation geht nur fiktiv auf dem Papier vorsich, ein je größerer desto besser. Denn jeder Versuch, demnatürlichen Verlauf der Dinge Gewalt zu thun, würde sichrächen durch Verschwendung und durch Verrenkung der bis-herigen Produktiousverhältnisse. Dasselbe Naturgesetz, dasuns die urplötzliche Bereicherung verbietet, schützt die Fran-zosen vor einer gleich schädlichen rasch eintretenden Ent-reicherung. Die Zuziehung des Auslandes, der ganzen vonunserer heutigen Geldwirtschaft umspannten Welt, und dasEingreifen der Fiktion bei der Abwicklung bewirken, daßtrotz der widernatürlich raschen Abzahlung die effektivenVerhältnisse des Schuldners noch weniger gedrückt, als diedes Gläubigers gehoben werden. Darin finden wir dieErklärung des so oft seither angestaunten Phänomens, daßdie Frauzosen, trotz ihrer enormen Geldleistungen an Deutsch-land , nach wie vor in Wohlbehagen uud reichlichem Lebens-genuß fortexistiercn. Zum Glück beider Länder ist dieNatur der Dinge stärker als alle Abmachungen auf demPapier, sei es in Friedensverträgen zwischen Staats-männern, sei es in Bankoperationen zwischen Kaufleuten.