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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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Banknoten sind teils heimgewandert, teils vermutlich nochin ansehnlichen Betrügen auf Lager. Momentane Störungendes Verkehrslebens sind bei uns aus dieser Zahlungsmethodenicht entsprungen. Ein Quantum Napoleondors ging schondamals aus Bayern nach Österreich und diente zu jeuemUmtausch gegen Silbermünzen des Nachbarn, welcher unsererGoldvaluta gegenüber zur Landplage zn werden drvht.England seinerseits hat periodenweise darunter gelitten, daßwir uns mittelst der von Frankreich erhaltenen AnweisungenPrägematerial aus seinen Goldvorrüten verschafften. DieseBarabflüsse haben, indem sie die Metalldecknng der englischenBank verminderten, zu Ziuserhöhungen und allen denselbennachfolgenden Verschiebungen im Verkehr gezwungen. Ver-möge der intimen Verbindung des englischen Geldmarktesmit den Märkten des ganzen Kontinents ist auch Deutsch-land hierbei in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wie steril ein beträchtlicher Teil der Zahlungen vor-erst für uns sein mnß, mag daraus erkannt werden, daßseit Jahresfrist Frankreich der stärkste Käufer auf dem eng-lischen Silbermarkt ist und dies Silber, nm nns damitZahlung zu leisten, in Fünffrankenstücken ausprägen läßt,nach deueu wir sicherlich kein Bedürfnis haben.

Aber viel wichtiger und eingreifender ist die Verkettung,die im Wechselverkehr zum Ausdruck kommt. In dem Maßeals die Abzahlungen fortschritten, ward die Abtragungmittelst der Barmittel schwieriger, die Notwendigkeit, zurWechselzahlnng zu greifen, gebieterischer. Die letzte Zahlungvon 250 Millionen am 5. April d. I. bestand nur zueinem geringen Bruchteil aus Gold (5 Millionen Franken)und Silber, zum bei weitem größten aus Wechseln aufDeutschland und England . Indem die französische Re-gierung sich nach Mitteln umsah, um Zahlungen an Deutsch-land zu machen, war sie vor allem darauf hingewiesen,