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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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der Regelung zu gefährden, mit Finanzgarantieen begnügenkönnen, welche eine geduldige Abwicklung der letzten Mil-liarde möglich gemacht hätten. Nach dem Vertrag vom15. März 1873 bleibt in der kurzen Zeit bis zum 5. Sep-tember die bedeutende Summe von 1500 Millionen Franken(400 Millionen Thaler) zu zahlen. Keine Regierungwürde, wenn sie eine Anleihe von so hohem Belauf kon-trahierte, es mit den Normalbediugungen des Verkehrs ver-einbar findeil, in solcher Frist den ganzen Betrag einzu-laufen. Wie störend solche Geldkonzentrationen auf die all-gemeinen Zustünde wirken müssen, werden wir erfassen,wenn wir die Zahluugsoveratiou selbst in ihre Elementeauflösen.

Soweit das Geschüft in bar abgewickelt wird, ist unsbereits der Gang der Dinge klar geworden. Wir wissen,daß Frankreich namentlich die ersten Termine vorzugsweisein Metall und zwar mehr in Silber als in Gold (in Goldnur etwa 130 Millionen Fr.) bezahlt hat. Diese erstenBarmittel haben am wenigsten störend auf den deutschen Geldverkehr eingewirkt; denn sie wurden nicht deutschen Vorräten entnommen und ihr erster Zutritt konnte nochnicht die Wirkung einer starken Überfüllung ausüben. Sieflössen teils in den Vorrat der bestehenden Umlaussmittel,teils gingen sie nach fremden Staaten zurück. In Deutsch-land blieben zunächst die deutschen Münzen, welche währenddes Krieges von den deutschen Heeren in Frankreich ver-ausgabt worden waren und uns als Zahlung zurückgegebenwurdeu. Auch ein Teil der silbernen Fünffrankenstückeblieb im Umlauf, namentlich in Elsaß-Lothringen und inSüddeutschland. Ein anderer wanderte nach Belgien undFrankreich zurück. Unter den ersten Zahlungen befand sichsogar eine Anzahl französischer Banknoten, welchen nurder Rückweg nach dem Mutterland übrig blieb. Belgische

Ludwig Lamberger's Ges. Schriften. IV. lg