Druckschrift 
4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
243
Einzelbild herunterladen
 

24);

sämtliche Forderungen von Franzosen zunächst und sodannvon anderen Nationalen gegen Deutsche aufzukaufen. Eineder anfänglichen Operationen bestand darin, daß die Ber-liner Bankhäuser von Paris aus Auftrag erhielten, jedeNachfrage nach französischen Wechseln vermittelst Ziehuugeuauf Paris zu befriedige». Alle Auschaffuugeu, welche derdeutsche Handel in Frankreich gemacht hatte, wurden da-durch so geregelt, daß die französische Regierung ihrenStaatsangehörigen die uach Deutschlaud verkauften Warenzahlte, während die deutschen Staatsangehörigen der Reichs-regierung dcu Preis der Wareu entrichteten, welche sie vonFrankreich gekauft hatten. Nnch dieser Modus war nacheiniger Zeit erschöpft uud es blieb als letzter der Aukaufvon Wechseln, welche der fremde Handel auf Deutschlaudfür die Einfuhr zieht und von Wechseln auf dritte Länder,deren Deutschlaud zur Zahlung seiner Schulden an letzterebedarf. Dieses gesamte vielgestaltige Material kann abernicht in den tauseudfacheu Formen und an allen einzelnenZahltagen und Zahlungsorte!:, die für die betreffende Einzel-operation maßgebend sind, zu deu großen Abrechnuugeumit der Regierung verwendet werden. Der Erlös dereinzelnen Tratten für französische Rechnung aufs Ausland,die Eingänge der in Deutschland fällig werdenden Wechsel,welche Frankreich schickt, ebenso der Verschleiß der Wechselaufs dritte Ausland vollziehen sich in Operationen, die Tagfür Tag folgen, aber zum Behuf der Abrechnung von Staatzu Staat wird nur in großen Beträgen an bestimmtenTerminen die Ausgleichung vorgenommen. Daraus folgt,daß in den Zwischenftadien zwischen diesen Terminen diezu diesem Zweck realisierten einzelnen Beträge aus ihre Ver-wendung harren. Aber es ist gegen die Natur des ver-fügbaren Zahlmittels, daß es still liege, heiße es nun Metall-geld oder Banknote oder liquide Kassenforderung. Der

16*