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vember 5374. Er bestätigte, daß die Preußische Bank in Persondes Finanzministers Eamphausen über den vom Reichskanzleramtunter Delbrück und Michaelis unterstützten Gedanken der Reichs-bank gesiegt hatte. Letztere hatten ohne hartnäckigen Kampfsich vorläufig der Energie und Zähigkeit des preußischen Finanz-ministers gesügig erwiesen. In den: Entwurf war eine mora-lische Abschlagszahlung in der Weise beabsichtigt, daß für die Mög-lichkeit Raum gelassen wurde, nach zehn Iahren die Preußische Bank in eine Reichsbank zu verwandeln. Am ^s. November ^87H kam dieserEntwurf zur ersten Beratung, und die gauze Debatte, die ich alserster Redner eröffnete, gestaltete sich sofort zu einem Kampf umdiesen Gegensatz. Das Ergebnis war ein Sieg der Reichsbank, wennauch an Hindernissen der Geschäftsordnung der versuch scheiterte, ihnförmlich in die Gestalt eines Beschlusses zn kleiden. Im Schoße derin diesem Geist zusammengesetzten Aommission von einundzwanzigMitgliedern ward dann der Gesetzentwurf, besonders auch durch dieeifrige Mitwirkung des Reichskanzleramtspräsidenten Delbrück , so um-gearbeitet, daß er die Reichsbank zugleich mit starker Erpansivkraftzur Aufsaugung der kleineren Landesbanken einsetzte. Ich wurde amSchlüsse der Uommissionsverhandlungen zum Berichterstatter ernannt.Die Beratungen der zweiten Lesung folgten nach den Weihnachts-ferien, Anfang des Jahres MS. Am letzten Tag der Session, am50. Januar, wurde das Gesetz, in diesem Sinn verbessert, mit Ein-setzung der Reichsbank in dritter Lesnng mit erheblicher Mehrheit an-genommen. Inwieweit die im Nachfolgenden ausgesprochene Ver-mutung zutrifft, daß auch Fürst Bismarck hinter der Szene dieserWendung günstig gewesen sei, ist nie deutlich festgestellt worden; aberich hatte damals einige Anhaltspunkte dafür, daß er mehr aufDelbrücks und unserer Seite als auf der Seite Camphausens stand.Das Nachfolgende ist in der Seit zwischen der ersten und zweitenkesung verfaßt worden.November ^As.
. L. B.