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Enthusiasmus und Bewunderung gepriesen werde. Viel-leicht übertrugen die Verfasser der mit erstaunlicher Prä-zision nach allen Windrichtungen getriebenen Artikel naiverWeise ihre eigenen Gefühle auf das gesamte deutsche Publi-kum; jedenfalls mußte der naive Teil dieses Publikumsselbst sich darüber eingeschüchtert fühlen gegen jede zweifelndeAnwandlung, und die thatsächliche Strategie dieses kurzenFeldzuges hätte nicht anders eingerichtet sein können, wennsie es auf Verblüffung und Überrumpelung des Publikumsabgesehen Hütte.
Alle Kombinationen und Anstrengungen innerhalb undaußerhalb der Regierungskreise, um die Grundlagen desGesetzes in eine unnatürliche Richtung zu schieben, habenzum Ende nur die schwer zu beklagende Folge gehabt, daßeine kostbare Zeit verloren wurde. Hätte man vor sechsMonaten sich der Einsicht nicht verschlossen, zu der mansich heute bequemen muß, so war das Bankgesetz fertig, alsder Reichstag in die Weihnachtsferien ging. Damit warfür die Beschleunigung unseres Überganges in definitiveMünzzustände der allerwichtigste Schritt getham Daß dieserÜbergang nicht rasch genug bewerkstelligt werden kann,wollte man in denselben Quartieren, welche jetzt den Zeit-verlust in der Bankgcsetzgebung auf sich genommen haben,überhaupt lange nicht einsehen. Man sprach mit behäbigerGelassenheit von einem Jahrzehnt oder auch mehreren, welchees anstehen könnte, bis die Reichsgoldwährung im vollenSinne des Wortes durchgeführt sein möchte, und belächelteals Heißsporne diejenigen, welche vor den unerträglichenBeschwerden eines lange fortgesponnenen Interims warnten.Wenn nur einmal nach Mark gerechnet würde, glaubte mandie Hauptsache geschehen, und die Fiktion, daß ein preußi-scher Silberthaler drei goldene Mark bedeute, sollte im Welt-verkehre gleichbedeutend sein mit einer Goldwährung. Man