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Physiokrateu haben die betreffenden pommerschen und märki-schen Junker den Standpunkt allerdings gemein, daß sieden Ertrag des Bodens für die alleinige Quelle der Pro-duktion ansehen, und daß sie — ihrem wohlverstandenenInteresse zu Liebe — auch Freihändler sind für solcheDinge, die sie brauchen. Dagegen möchten sie alles, wasden Geschüftsumsatz im Innern des Landes befördert,hemmen und belasten bis zum Brechen. Möglichst wenigoder gar keine Steuer auf den Grundbesitz nnd möglichstviel auf die beweglichen Güter und namentlich auf die Be-wegung der Güter. Über das, was aus den Geschäftengewonnen wird, herrscht in diesen Kreisen so ungefähr dieVorstellung, welche ein altes Witzwort bezeichnet mit demSprüchlein: „lös allairss o'est l'^rAkiit, ckes autrss." Wasder Kaufmann mehr einnimmt, als ausgiebt, ist eigentlichnur einer künstlichen Preiserhöhung zu verdanken, oderkurz gesagt: erlaubter Diebstahl. Mit welchen Augen dieseWelt die der Finanzen und gar die der Börse ansieht, magjeder von solchen Voraussetzungen aus sich selbst ableiten.Man will wissen, es stecke in diesem Mißgefühl ein guterTeil Ärger über die äußeren Vorteile, welche eine Legionvon Emporkömmlingen davongetragen, während ein ahnen-stolzer Landadel im Nacheifer um erhöhten Glanz undGenuß des Lebens seinen väterlichen Besitz mit Schuldenbelastet habe. Mit solchen Anklagen soll man vorsichtigsein, sie werfen zu leicht den Gerechten mit dem Ungerechtenzusammen; aber entschuldigt werden sie, wenn man in einemTeil der agrarischen Presse auf deu ordinärsten Kapuzinertonstößt, welcher keinen noch so niedrigen Angriff auf dieKreise des Geldgeschäftes verschmäht. Das Wunderlichstean der Signatur dieser agrarischen Gesellschaft ist, daß siesich einbildet, sie würde billigeres Geld erhalten, wennanderen Leuten das Geld verteuert würde. Wie sie sich