— 299 —
in einen: Winkel und unter Einschaltung einer ganz be-scheidenen Ziffer (1) versteckten Klausel entgangen sein.Lasker jedoch, obgleich kein Sachverständiger von Profession,hatte mit der ihm eigentümlichen Fähigkeit, die Essenz einerSache herauszugreifen, sofort die ganze Tragweite des un-scheinbaren Nachsatzes erkannt. Er beantragte, daß derSatz gestrichen werde, welcher die sich auf Kapitalshöhe beider Notenausgabe beschränkenden Banken von den Vorsichts-regeln der Anlage befreite. Der Regierungskommiffär be-mühte sich viel mehr, zu zeigen, warum er zur Zeit, alsnoch keine Reichsbank geschaffen werden sollte, zu jeneinNotbehelf seine Zuflucht hatte nehmen müssen, als Wider-stand gegen den Streichungsantrag zu erheben; ja sogar,er erklärte ausdrücklich, daß dem Antrag Lasters kein Be-denken entgegenstehe. Daraus ward derselbe gegen dieOpposition nur einer einzigen Stimme in erster Lesungangenommen! In zweiter Lesung unter ganz passivem Ver-halten der Regierung bejahte eine starke Mehrheit dieselbeEntscheidung, trotzdem bereits derjenige Widerstand diesmalauftrat, der bis zu deu Beratungen des Plenums so ge-waltig anschwellen sollte.
Zwischen dem Abschluß nämlich der Kommissions-Ver-handlungeu und dem Anfang der zweiten Beratung imReichstag hatte das Mutterauge der Privatbanken sehr wohlerkannt, welches die unabsehbare Tragweite des Freibriefessei, den die Aufrechthaltung der unscheinbaren Ziffer 1 iniSchlußsatze des Paragraphen 44 ihnen aushändigte. Wäh-rend nun ein Sturmlaufen auf alle maßgebenden Kreisebegann, ansehnliche Personnagen, die an der Spitze vonBanken stehen, auf dem Platze erschienen, um ihre Sachezu verteidigen, verbreitete sich — ganz leise, leise, frommeWeise — unter den Abgeordneten die Anschauung, daß mitder Beseitigung der Nummer 1 an der betreffenden Stelle