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Markte eine Verlegenheit bereitet, weil bei dem abnehmen-den Bedürfnis die Verwendung immer schwerer wird.
Wie überall, wo aus einer Mehrheit thatsächlicher Er-scheinungen ein Schluß auf den zukünftigen Gang derDinge gemacht werden soll, kömmt es zunächst darauf an,diese Erscheinungen ihrer Natur nach zu scheiden, nament-lich die zufälligen und blos begleitenden von den in demGrund der betreffenden Verhältnisse selbst wurzelnden los-zulösen. Es braucht ja nicht erst besonders nachgewiesen zuwerden, wie schwierig auf diesem Gebiet die Arbeit derBeobachtung, wie vielfach zusammengesetzt und dunkel dieMassen und Bewegungen sind, um die es sich handelt.Genügt es doch, daran zu erinnern, daß allen Anstrengungender Wissenschaft zum Trotz kein Land mit Gewißheit fest-stellen kann, wie viel geprägten Geldes und wie viel vonjeder Art Metall es in seinen Grenzen birgt. Noch heute,uachdem wir in Deutschland seit fünf Jahren unsere eigenenGeldzustände unausgesetzt und eifrig zum Gegenstand derPrüfung und Verbesserung gemacht haben, noch heute streitensich hartnäckig zwei Ansichten über die Frage, wie großoder klein die Summe der umlaufenden, beziehungsweiseabzustoßenden Silbermünzen sei. Und alles, was man anähnlichen Ziffern aus anderen Ländern bringt, erhebt sichnicht über das Maß einer wohldurchdachten Vermutung.Gehen wir aber gar an das Problem, mitten in der ewigenBewegung aller Dinge Wertveränderungen rückwärts liegen-der Zeiten zu bestimmen, so erfahren wir, daß alles, wasscheinbar einen festen Maßstab abgeben könnte, kaum min-der in sich selbst schwankt, als dasjenige, was an ihm ge-messen werden soll. Bei Geld und Geldeswert haben wires mit einem stets im Fluß befindlichen Stoffe zu thun,der zugleich die Neigung besitzt, sich zn verstecken, wie
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