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denn seiner ganzen Natur etwas Geheimnisvolles inne-wohnt.
Fehlt es auch nicht an allerhand Gründen, aus deuender Verstand hinterher erklären kann, weshalb gerade diezwei bestimmten Metalle seit Jahrtausenden die Welt be-herrschen, so bleibt doch noch etwas Rätselhaftes in dieserdurch alle Wandlung der Völkergenerativnen und Zivili-sationsformen hindurch den Sinn der Menschen fesselnden,toten Substanz. Alles, was angeführt wird, um das Tief-begründete des merkwürdigen Zusammenhanges zwischen denBedürfnissen einer entwickelten Gesellschaft und der Herrschaftjener Metalle durch den Nachweis von Ausnahmen zu ent-kräften, ist so untergeordneter Art, daß es nur die Regelbestätigt. Wenn uns das Muschelgeld einiger wildenVölkerschaften, die hie und da im Altertum erwähntenStein- oder Glasmünzen entgegengehalten werden, so be-deutet das für das große Kulturgesetz ebenso wenig, alswenn zur Anfechtung der allgemeinen, ans der innerenMenschennatur erwachsenen Sitten uud Gesetze gewissePhilosophen uns Thatsachen beibringen, wie die, daß beiirgend einer afrikanischen Horde es Gebrauch ist, die Elternvon den Kindern totschlagen zu lassen, oder daß anderwärts,wenn die Fran geboren hat, der Mann sich ins Bett legtund Wöchnerbesuche empfängt. Dergleichen launenhafteGebilde an der Peripherie der menschlichen Entwicklunghaben nicht das geringste Recht, uns irre zu machen anderen wesenhaftem Gestaltungstrieb.
Will man sich Rechenschaft geben von der eigentüm-lichen Natur des Gegenstandes, so muß mau doch vor allemfragen: was ist es, das den Edelmetallen die schrankenlosanerkannte Gewalt über den Sinn der Menschen verschaffte?Die Nächstliegende Erklärung wäre die der größten und all-gemeinsten Gebrauchsnotwendigkeit, zum mindesten: Nützlich-