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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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als einer überlegenen unterwürfig ward. Nachdem er dasendliche Maß und Erwerbsmittel aller irdischen Güter ge-worden, befestigte sich seine Herrschaft als eine selbständige.Wir haben hier ohne Zweifel einen ganz analogen Ent-wicklungsgang der menschlichen Denkungsart wie in derHerausbildung der Sittengesetze. Ursprünglich aus denBedingungen der Selbsterhaltung im engeren und weiterenSinne aufgekeimt, erlangen sie im Laufe der Entwicklungeine Kraft, die ihrerseits wieder allmählich zu etwas aufeigenen Füßen Stehendem sich emporarbeitet und als eausg.sui den Menschen so mächtig imponiert, wie sie es thunmuß, damit die Gesellschaft auf der sicheren Grundlagespontaner Empfindung, statt auf der unzuverlässigen Ver-standesreflexion, ruhe. Des Goldes berückender Glanz, derheilige Golddurft", sie arbeiten heute als Elementarkraftim gesellschaftlichen Apparat mit einer Wirksamkeit, welchezu allem aus ihrem Rohstoff erzielbareu Nutzen und Ver-gnügen in gar keinem Verhältnis mehr steht.

Je mehr sich aber die Herrschaft dieser Tyrannen los-gelöst hat von den ersten Ursachen ihres Emporkommens,je mehr sie sich auf eigene Füße gestellt haben und, ohneirgend anderer Rechtfertigung zu bedürfen, so zu sagen vonGottes Gnaden legitim geworden sind, desto weniger, sollteman denken, könnte einer oder der andere von ihnen Ge-fahr laufen, durch eine bloße Verschiebung im wirtschaft-lichen Mechanismus des Throns verlustig zu werden. Soviel ist auch wahr, daß das Prästigium der vieltauseud-jährigen Herrlichkeit eine zeitlang seine Widerstandskraftden auf sie andringenden unterwühleuden Strömungen sieg-reich entgegenhält; daß es an treuen, überzeugten Anhängernder morschen Dynastie nicht fehlt und auf lauge hin nichtfehlen wird; ja daß damit die Ähnlichkeit noch größersei diese Anhänger sich auf ihr loyales Festhalten an