Druckschrift 
4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
345
Einzelbild herunterladen
 

Z45

Umlaufsmittel, das zum wesentlichen in den mit Zwangs-kurs versehenen Noten der Bank bestand. Die ersten starkenErschütterungen der Silberpreise konnten sich schon deshalbnicht im Innern auf schädliche Weise fühlbar machen, weilnach dem Text des Friedenstraktats die Kriegsentschädigungauch in Silbermünzen entrichtet werden durfte. Nachdemdiese Operation abgewickelt war und die Verhältnisse desWechselkurses wieder zur Metalleinfuhr nach Frankreich Ver-anlassung gaben, war es natürlich, daß die Geschäftsleutehierzu das inzwischen wohlfeiler gewordene Silber vorzugs-weise vor dem Golde verwandten. Da die Bank nicht ver-weigern konnte, ihre Noten gegen Silbergeld herzugeben,so wuchs ihr Vorrat an diesem Metall im Verhältnis zudem in ihren Kellern befindlichen Gesamtschatz stetig an,und in dem Maße, wie das Silber auf dem Weltmarkt anWert verlor, verringerte sich die Gesamtbürgfchaft, welchedas Land zur Deckung seiner umlaufenden Zirkulation amBarvorrat der Bank besaß. Doch wie geschildertermaßendie offizielle Welt geartet und beeinflußt war, wäre dieserbedenkliche Gang noch nicht aufgehalten worden, hätte nichtdie lateinische Münz -Konvention dafür gesorgt gehabt, daßauch audere Leute in diesen Sachen zu Worte kommenkonnten.

Die Schweiz übernahm die mühsame Aufgabe, demVogel Strauß den Kopf aus dem Sande zu ziehen. Auchhier war es praktische Nötigung, welche gebot, das Schweigenzu brechen, allerdings begleitet von der klarsten und furcht-losesten Einsicht in den grundsätzlichen Zusammenhang derErscheinungen. Da der Geldumlauf der Schweiz nichtunter den künstlichen Einflüssen eines mit dem Zwangskursoperierenden Bankinstituts stand, so wurde die Veränderungder Metallwerte auf dem Weltmarkt alsbald in dem Alltags-leben sichtbar. Die Goldstücke verschwanden und es blieb