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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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es vom sicheren Ufer den Stürmen zusehen, mit welchen dieanderen Nationen sich herumschlagen. Aber die Königinvon Großbritannien ist auch Kaiserin von Indien, undIndien hat die Silberwahruug. Zwar wenn es sich nurum den internen Verkehr der großen östlichen Koloniehandelte, so würde dem Mutterland schwerlich etwasAnderes zn thun bleiben, als mit gekreuzten Armen einst-weilen der Dinge zu harren, welche sich aus dem Schoßeder Zukunft entwickeln mögen. Denn die Währung vonBritisch Indien wird sich nicht Wohl loslösen lassen vondenen Japans , Chinas und der Sundaländer. Der Ge-danke, den Hunderten von Millionen Bewohnern dieser un-geheuren Welt, welche seit Jahrtauseuden die größte Massedes Silbers aufgesogen hat, und welche mit der Zähigkeituralten Herkommens an ihren Sitten hält, ein neues Geldan Stelle des alten zu bieten, ist vorerst unfaßbar. Indem Anfang der sechziger Jahre, als der gesteigerte Silber-verbrauch des indischen Handels eine Verlegenheit fürEngland wurde, machte es deu Versuch, Goldmünzen inseinen Kolonien einzuführen, aber mit sehr geringem Erfolg.In jüngster Zeit hat das neuerungsselige Japan demGolde sein Gebiet geöffuet. Aber an der großen Unterlageder asiatischen Geldgewohnheiten und Verkehrsverhältnisseist damit noch wenig erschüttert.

England könnte und müßte um so ruhiger der Weiter-entwicklung der Dinge zuschauen, als wenigstens vor demSchaden der doppelten Währung und dem damit zusammen-hängenden Wirrwar sein indisches Reich in der Hauptsachebewahrt bleibt, weil es in dem Rupienfuß die einfacheSilberwährung hat.

Aber die Wechselbeziehungen zwischen dem in Goldrechnenden Mutterland und den in Silber rechnendenKolonien machen die Metallkrise zur Quelle eigentümlicher