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in vergangenen Zeiten den Beweis liefert, daß das Fallendes Silberpreises nicht von irgend einer übermäßigen Pro-duktion des Silbers im Vergleich zum Golde herkommt.Der thatsächlich bestimmende Grund liegt vielmehr in demveränderten Gebrauch, der von den Metallen gemacht wird.Gold ist allgemein mehr in Gebrauch gekommen, als früher,und in der That haben die Handelszustände und die Lagezahlreicher Länder, welche Gold und Silber verwenden,einen totalen Umschwung erlebt. Argumente, welche sichauf die relativen Förderungen aus Gold- und Silberberg-werken stützen, haben daher sehr irrige Auffassungen nachsich gezogen."
Nicht um das Gegeuseitigkeitsverhältuis in der Förderungbeider Metalle zu konstatieren, was außerdem als eine mitunüberwindlichen Schwierigkeiten verbundene Aufgabecharakterisiert wird, sondern nur um das Maß des injüngster Zeit vielbesprochenen Silberzuwachses zu ermitteln,werden die Zahlen vom Jahre 1852 bis heute nach denmeist beglaubigten Schätzungen gegebeil und auch bei An-nahme der geringsten Ziffern die Zunahme auf 75 Prozentermessen: von etwa 170 Millionen Reichsmark auf 284Millionen jährlich. Wie bekannt, spielt in diesem AnWachsder neuentdeckte Bergwerksdistrikt im Südwesten der Ver-einigten Staaten die hervorragendste Rolle. In den Jahren1359 bis 1860 figuriert die amerikanische Ausbeute nochmit den geringen Ziffern von 4- bis 500,000 Mark, imJahre 1861 sprang sie auf 8 Millionen, und im Jahre1875 ergiebt der Ausweis 128 Millionen!
Über die Wunderwelt dieser an der Küste des stillenOzeans erschlossenen Metallschätze und insbesondere überdie Wunderthaten der berg- und hüttenmännischen Technik,welche amerikanische Betriebsamkeit hier verrichtet, sind inden neueren Zeiten ganze Bibliotheken geschrieben worden.