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Auffassung neigend, welche den preußischen Finanzministcrzn dem Ausspruch bewog, „daß der Übergang zur reinenGoldwährung in einer wahrhaft spielenden Weise sich voll-ziehen werde." Es verdient bemerkt zu werden, daß derenglische Parlamentsbericht diese Worte im deutschen Urtextanführt.
Nach einem kurzen Ausweis über den durch dieskandinavische Münzreform freigcwordenen Silberbetrag ge-langt der Bericht zu dem wichtigsten Teil seiner Aufgabe,den Beziehuugeu zu deu ostindischen Kolonien. Währendeinerseits feststeht, daß der Bedarf au Silberbarren fürdiese Gegenden in den letzten Jahren sehr stark abgenommenhat, wird zunächst dargethan, daß diese Verminderungwesentlich nicht mit einer Reduktion der Überschüsse zwischenEin- und Ausfuhr zusammenhängt. Bon jeher hat dasferne Asieu eiuen bedeutenden Überschuß aus dem reichenFüllhoru seiner üppigen Vegetation dem Abendlande zu-gesandt und dafür Silber zur Befriedigung seines Ge-schmacks an schweren: Prunk und zur Auhänsung macht-gebietender Schätze in Empfang genommen. In der oft-erwühnten Zwischenperiode des amerikanischen Sezessions-krieges und der dadurch hervorgerufeneu „Baumwollen-Hungersnoth, eot>t,0ll-lg,Mins," erreicht dieser Überschuß eineuie erlebte Hohe, und in den neuesten Zeiten des universellenJndustriekrachs erlebte er einen ungewöhnlichen Rückgang.Aber im Großen und Ganzen, so konstatiert unser Bericht,ist die Differenz sich immer gleich geblieben und bewegtesich seit 1870 um den Mittelpunkt von 20 MillionenPsund Sterling oder 400 Millionen Reichsmark. Damitstimmen auch so annähernd, wie sich erwarten läßt, dieAufnahmen der Verschiffungen von Silber nach Indien,summiert mit den von der Regierung des Mutterlandesans die Kolonie abgegebenen Wechseln.