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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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entgegengesetzter Ansicht auftreten). Es giebt ganz ertrags-fähige Silbergruppen mitten in den alten Kulturländer»;es bedarf keiner Erweiterung der geographischen Ent-deckungen, um die Silberproduktion zu vermehren; sie istnicht jenen beträchtlichen und raschen Schwankungen ausge-setzt, welche die neuere Goldproduktion auszeichnen, undseitdem die Quecksilberpreisc teils durch neue Fundorte,teils durch neue Aufbereitungsmethoden, welche dies Hilfs-metall zur Zerlegung der Silbererze entbehrlich machen, be-trächtlich heruntergegangen sind, wird die Versorgung desSilbermarktes noch mehr an Stetigkeit gewinnen.

Hieraus soll sich nun ergeben, daß, während diereichsten Goldquellen eben so üppig emporsprudelten wierasch erschöpft würden, die Natur für eine stetige und un-absehbare Zufuhr an Silber gesorgt hätte. Von der jetzigenJahresausbeute an Gold dagegen, welche auf 584 MillionenFranken veranschlagt wird, sollen 381 Millionen aus demSchwemmlande gewonnen werden, dessen Leistungsfähigkeitnur auf eine begrenzte Reihe von Jahren hoffen läßt.Neben dieser geologischen Vermutung muß zugleich eine ge-werbliche erwähnt werden, mit welcher sie ergänzt wird.Da das Silber vielfach nur als Nebenpodukt gewonnenwird, so soll auch der Niedergang des Preises auf seineGewinnung keinerlei bestimmenden Einfluß üben, ja zumTeil durch Steigerung des Preises der beigemischten Me-talle ausgeglichen werden können.

Man kann allen diesen Schilderungen der thatsächlichenVerhältnisse, wenigstens hypothetisch, folgen, ohne deswegenauch sofort den letzten Schluß zu ziehen, daß in gegebener,beinahe berechenbarer Zeit dem Goldmarkte der Welt diegewohnte Zufuhr fehlen werde. Von vornherein drängt sicheine Betrachtung auf. Hätte etwas wie diese Theorie vonder ephemeren Natur der Goldquellen auch vor 1849, d. h.