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vor der Entdeckung der großen Goldfelder Kaliforniens undAustraliens auftauchen können? Schwerlich! ja ganz gewißnicht! Sämtliche hier beigebrachte Beweiselemente, Ziffernund Deduktionen nötigen zu diesem Rückschluß. Und nunsollte Plötzlich als ein Naturgesetz stabiliert sein, was vordreißig Jahren nicht zu ahnen war? Allerdings, ein neu-entdecktes Gesetz ist darum nicht minder eines, und jedeEntdeckung muß einen Anfang haben. Aber nach tausend-fältigen und tausendjährigen Erfahrungen, die Begeben-heiten einer kurzen Zeitspanne, seien sie auch noch so im-posant, zu einer ewigen Regel zn verallgemeinern, ist be-denklich. Und wie weit immer der Versuch gelungen seinmag, alles in älterer Zeit Erlebte nach dem Sinn der ebengewonnenen Anschauung auszulegen, — der Verdacht läßtsich nicht unterdrücken, daß vorübergehenden Erlebnissen zuviel Herrschaft über die Denkweise des Beobachters einge-geräumt worden sei. Schwerlich zwar kann bestrittenwerden, daß gerade die großen im Schwemmlande ange-häuften Goldmassen rascher zu Ende gehen müsseu, als diemit regelrechtem Abbau auszubeutenden Erzlagernngen imGebirge. Und noch weniger läßt sich die Richtigkeit einerzweiten vom Verfasser aufgestellten Behauptung in Zweifelziehen, daß nämlich beim Vordringen der Bevölkerung inneue Gebiete gerade die Spur der Edelmetalle am erstenund eifrigsten aufgesucht, das Aufgespürte am ungestümstendurchwühlt wird. Der Vortrab der Zivilisation, der aus-schwärmende Haufe der Abenteurer, wirft sich zuerst aufdie Ernte, die nicht er, sondern das Reich der Jahrtausendegesäet hat.
Das alles kann richtig sein, ohne zu dem Schluß zunötigen, daß mit den bisher bekannten Goldfeldern nahezudie letzte Goldquelle der Welt aufgefunden und erschöpftsei. Es heißt gar zu rasch das Reich der Möglichkeit