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durchlaufen, wenn man also Art und Ort der Goldge-winnung für alle Zeiten voraus abgrenzt. Wenn wirunserem Autor glauben, so wäre der Erdkreis schon so bei-läufig abgesucht. „Mit einem nicht geringen Grade von Be-stimmtheit", so spricht Süß, „wird man zu der Meinung ge-drängt, daß viel mehr als die Hälfte der mit den bisherigenMitteln überhaupt erreichbaren Menge Goldes bereits dnrchdie Hand des Menschen gegangen ist."
In der That, ein solcher Ausspruch verdient ob seinerKühnheit unsere Bewunderung zu erregen! War die Weltin ihrer Peripherie uicht bekannt lange vor 1848. Istaber umgekehrt die Möglichkeit solcher Erschließungen anvielen, vielen Stellen im Inneren der Länder nicht auchnoch gerade so denkbar wie zuvor? Der Verfasser selbstbehält sofort den ganzen unermeßlichen Kontinent vonAfrika vor, die klassische Erde, deren bloßer Küstenrand seitJahrtausenden den Goldstaub versendet — doch Wohl nurden Abfall tiefer verborgener Schätze? und gerade jetzt,wo die Aufmerksamseit und Anstrengung der Entdeckungs-wissenschaft sich erst rüstet, das Innere des geheimnisvollenWeltteils zu sondieren? Wie viel fehlt, daß der ganzeNordwesten Amerikas durchforscht sei! und von Australien werden wir noch zu reden haben. Hier noch mehr als da,wo der Verfasser der Technik die Möglichkeit abspricht,etliche tausend Fuß tiefer nach Gold zu graben, ist sicherein Fragezeichen Wohl angebracht.
Doch es mögen nun diese Zweifel auf sich beruhenbleiben. Sie haben für unsere eigentliche Aufgabe eine unter-geordnete Bedeutung. Ach hier soll nichts zurückgenommenwerden von dem zum voraus gegebenen Versprechen, diethatsächlichen Hypothesen des Autors frei walten zu lassenund ihm nur da auf die Finger zu sehen, wo er uns be-weisen will, daß das deutsche Reich übel beraten gewesen