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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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sei, als es die ausschließliche Goldwährung einführte. Denndas ist doch eigentlich der unausgesprochene Grundgedanke,welchen das Buch in sich trägt; etwa noch in den Zukunfts-gedanken fortgesetzt, daß.Österreich sich aus dem Sinnschlagen möge, dieser gefährlichen Spur zu folgen.

Nehmen wir immerhin die beiden Kardinalsätze alsrichtig an: was die Erde den Menschen an Gold zu liefernim Stande ist, hat sie für alle Zeiten zum größteuTeil ausgeliefert: dagegen folgt die Silberproduktion ganzanderen Bedingungen als diedes Goldes.

II.

Gegenüber dem größten Trumpf, welchen der Alarmistausspielt, wird es am besten sein, mit einem offenen Ge-ständnis die Karten auf den Tisch zu legen. Sein düsteresOrakel spricht nämlich also:

Der Zeitpunkt ist aber unausweichlich (sie), in welchemund zwar voraussichtlich nach wenigen Jahrhunderten dieGoldproduktion sich dauernd in außerordentlichem Maßevermindern wird, und dieses Metall bei fortwährend zu-nehmender Seltenheit nicht mehr imstande sein wird,seine bisherige wirtschaftliche Stellung zu behaupten."

Also nochwenige hundert Jahre" lägen selbst nachdieser bösen Prophezeiung zwischen dem glücklichen Heuteund jenen kommenden Tagen der Goldarmut. Man brauchtvielleicht noch gar kein schlechtes Gemüt zu haben, um beidieser Vorstellung ganz unbewegt zu bleiben. Selbst an-genommen, das vielbeliebte Ethos und Pathos, welches dieVolkswirte " Heuer so reichlich verzapfen, erheische nebstder Liebe zu den lebenden Menschen, deren Kindern undKindeskindern noch eine ebenso herzliche Teilnahme an den