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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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wird das Metall selbst immer die unentbehrliche Grundlagebleiben. Ja sogar, je mehr sich die Mittel der Umsätze fürHandel und Wandel ins Symbolische verflüchtigen, destostrenger wird das Bedürfnis einer sicheren letzten Instanzanerkannt werden, welche dem Gläubiger bürgt, daß er seinesymbolische Formel in greifbaren Stoff verkörpern kann.Das gerade ist der springende Punkt für die Schaffungdes wohlorganisierten Bankwesens: die feinste Sublimierungdes Verkehrs auf der solidesten Grundlage. Je mehr aberdies System ausgebildet wird, desto mehr werden die Bar-schätze der Welt sich in einzelne, feste Niederlagen zusammen-ziehen; desto geringer wird der Bedarf an kreisendemMetall, das, während es zwischen Geber und Empfängerunterwegs ist, seine Zeit verliert. Sollte wirklich der Gold-schatz der Erde so rasch erschöpft sein, wie unser Verfasserbefürchtet, so würde bis zu jener Epoche gewiß auch dasVerkehrssystem fich zu einem Grade ausgebildet haben, derunendlich viel weniger Stoffbewegnng in Anspruch uähme.Jede Vervollkommuuug, die auf diesem Gebiete Platz greift,befreit schon jetzt von einer Art der Aufzehrung des Metalls,welche den Besitzstand der Menschheit mit am meisten be-einträchtigt. Jede Bewegung eines Geldstückes in derTasche, in den Händen, auf dem Trausport, setzt dasselbeeiner Reibung aus, durch welche kleinste Teilchen sich ab-lösen und ins Unsichtbare verschwinden. Die verschieden-artigsten Berechnungen und Experimente sind von langeher angestellt worden, um zu veranschlagen, wie viel vonder Substanz der Goldmünzen durch diese Reibungen ver-loren gehe. Die Angaben müssen schon deshalb schwanken,weil jedes Stück seine eigenen Wege läuft und die Stra-pazen dieser Wege so verschieden sind. Doch so viel kannman ruhig sagen, daß nach etlichen tausend Jahren des