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die Welt zu wählen gezwungen wäre zwischen der Gefahreiner Verteuerung des Geldes oder dem Gegenteil, sothäte sie gut, sich lieber der Geldverteuerung auszusetzen,d. h. lieber einem Rückgang als einem Steigen der Preisealler Waren.
Es ist nicht richtig, zu behaupten, Deutschland habedem Silber den Stoß versetzt, der es so stark nach untenschleuderte. Und selbst wenn dieser Sturz Deutschlands Werk wäre, so hätte es nur sich beeilt, eine Konjunkturfür sich zu verwerten, damit dieselbe nicht zu seinem Schadenvon anderen ausschließlich benützt werde. Deutschland hatgerade uoch den letzten günstigen Augenblick benützt, sichvom Silber loszusagen und dem Golde zuzuwenden. Hättees das nicht gethan, sv würde ein anderer der zahlungs-fähigen noch in der Doppelwährung steckenden Großstaatenihm zuvorgekommen sein, um ihm sein Silber aufzuhalsenund sich selbst die Goldwährung zu sichern; wenigstensmüßte der andere Staat so gehandelt haben, wenn er gutberaten gewesen wäre. Vielleicht hätte der ganze lateinischeMünzbnnd seinen großen Verlegenheiten auf diese Weiseein Ende gemacht, vielleicht Nordamerika vor uns dieWiederaufnahme der Goldzahlung dekretiert. Inzwischenwären wir Deutschen als die einzig große Nation Europa»,bei welcher Silber und Gold als Barzahlung nebcneiuaudergegolten hätten, mit ersterein überschwemmt worden. Zuder Perturbation, die wir durch die rasche Einkassierungder fünf Milliarden selbst uns bereiteten, wäre eine nochviel stärkere gekommen durch die Entwertung unserermetallische!? Valuta. Es ist ein zweifaches Glück, daß wiruns rechtzeitig zum Golde entschlossen haben. Nicht bloßdie Zukunft, sondern auch die jüngste Vergangenheit unddie Gegenwart standen dabei auf dem Spiel.
Haben wir dadurch deu Anstoß gegeben, daß einige