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jüngsten Zeiten (wenn auch nicht gerade die letztdurchlebtenJahre) haben dies erfahren. Die großen Lager von Goldund Silber, die in verschiedenen Weltteilen seit 1848 er-schlossen wurden, haben sehr viel dazu beigetragen, denPreis der Edelmetalle zu drücken; die bereits geschildertenVervollkommnungen in Handel und Verkehr habeu mit-gewirkt: endlich traten hinzn als dritte nach derselbenSeite drängende Ursache die Finanzverlegenheiten dermeisten Großstaaten. Denn diese sahen sich bewogen,Papiergeld anstelle der klingenden Währung zu setzen undletztere in die wenigen Länder zu treiben, deren Münzenoch auf der metallischen Grundlage ruht. Von den sechsgroßen Staaten, die sich mit Papier behelfen, stehen Frank-reich und die Vereinigten Staaten der Rückkehr zur Bar-zahlung am nächsten. Von den vier anderen, Österreich ,Italien, Rußland und Türkei laßt sich durchaus uicht be-stimmen, wann und wie die Wiederherstellung eines ge-sunden Münzwesens zu gewärtigen sei. In Österreich denkt man daran, in Italien redet man davon, in Rußland und der Türkei verbietet die Lage sogar dergleichenschwachen Trost.
Unter so bewandten Umständen ist für die nächste Zeiteher die Furcht vor zu starker als zu geringer Gold-gewinnung am Platze. Wie die Dinge in hundert oderzweihundert Jahren aussehen mögen, wissen die Götter.Wir Lebenden aber, welche sie um das tägliche Brot bitten,sollten in wohlverstandener Auslegung dieses Wunsches ent-schieden unser Gebet dahin richten, daß uns vorab nicht zuviel Münzmetall beschert werde. Denn nur wenn derGang der Zufuhr sich verlangsamt, sind wir sicher, diePreise der wichtigsten Lebensmittel nicht fortwährend steigenzn sehen. Nichts ist heilsamer für den Verkehr als Stetig-keit der Preise in den notwendigsten Dingen. Wenn aber