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nmsoinehr vor Feststellung eines neuen Wertverhültuisseszurückschrecken, als die europäischen Doppelwährungsstaatenihrerseits noch gar nicht daran denken, solche neue Wert-ansätze einzuführen. Sollte sich nun gar die eben auf-tauchende Nachricht bestätigen, daß im alten WunderlandePotosi uach deutlichen Anzeichen neue Schätze aufgefundenworden, und dem Silbermarkt ein nener gewaltiger Zuschußbevorsteht, so wird auch Nordamerika sich zweimal besinnen,ehe es den Lalto invrkalö zurück in die Silberwährungunternimmt. Denn — und das ist das große entscheidendeWort, das regelmüßig überhört wird — nicht im Mehrdes Silbers oder im Weniger des Goldes, das heute odermorgen ins Land strömt, liegt die Ursache, welche derGleichberechtigung des Silbers ein Ende gemacht hat, son-dern in der Thatsache der immer kürzer und heftiger ge-wordenen Schwankungen des ehemals festen Wertverhält-nisses. Dieses ist zerstört auf unberechenbare Zeit. Sieist dahin, die schöne Eintracht, in der beide Metalle ingegenseitigem Vertrauen friedvoll nebeneinander und mit-einander lebten; sie ist zerstört die schöne Welt; kein Hexen-meister kann sie wieder herauf beschwören; und wie herrlichimmer man uns die messianischen Zeiten male, in denendas Lamm weiden werde neben dem Tiger: jeder Versuch,die beiden Metalle im festen, dauernden, gleichberechtigtenWertverhältnis nebeneinander einzusetzen, muß zu Schandenwerden uud kann nur damit enden, daß das eme demanderen zum Opfer fällt.