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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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einer allgemeinen vergleichenden Geographie. 9

lornen Ziele uns wieder anzunähern, kann eine der Vorbereitun-gen im Gebiete der Wissenschaften auch dieser Weg sein, welcherhier mit seinen Resultaten vor Augen gelegt wird.

Zwar anfangs, wie es scheint, weit umherschweifend, führter doch von derjenigen Stelle, von welcher er ausgeht, mensch-licher Weise zu sprechen, ziemlich gerade in die Richtung seinesGesichtspunctes, und wenn auch nicht hier bis zum letzten Ziele,so scheinen die Aussichten und Erkenntnisse, die bei dem Fortschritteauf ihm gewonnen werden können, nicht unerheblich zu sein.Ohne in das Endlose der einzelnen Erfahrungen abzuirren, führter nur schrittweis von specieller zu specieller Erfahrung, und wirdso selbst zur Curve, die das allgemeine Gesetz ausspricht, durchwelches die Mannichfaltigkeit der Erfahrung oder des Materiellenbeherrscht und für den höhcrn Zweck gehandhabt werden kann.

Aber nicht nur das allgemeine Gesetz einer, sondern allerwesentlichen Formen, unter denen die Natur im Größten auf derOberfläche des Erdballs, wie im Kleinsten jeder einzelnen Stellederselben erscheint, sollte Gegenstand der Untersuchung auf diesemWege sein: denn nur aus dem Verein der allgemeinen Gesetzealler Grund- und Haupttvpen der unbelebten, wie der belebtenErdoberfläche kann die Harmonie der ganzen, vollen Welt derErscheinungen aufgefaßt werden.

Und wenn die Idee des ganzen Menschengeschlechtes durch-aus ohne den Erdball gar nicht gedacht werden kann: so könnenauch der einzelne Mensch, ja das ganze von der Erde noch weitminder unabhängige Volk, wie der an die Landesnatur gefesselteStaat, ohne das Bewußtsein der rechten Stellung zu ihr nie zumvollen Einklänge mit sich selber gelangen.

Oder mit andern Worten, nur dieser Einklang zwischen Volkund Vaterland, zwischen Stellung des Staats zur Natur wie zumMenschenleben, oder zur Physik und Politik hat eben von dereinen Seite her in der Weltgeschichte das Blühen der Völkerund Staaten bedingt und gefördert.

Und wo dieser Einklang nicht mehr, wie vielleicht in einerjugendlichern Periode der Vorzeit, bewußtlos zugleich mit der