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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
Entstehung
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einer allgemeinen vergleichenden Geographie. 27

neigt, wodurch die ganze Form der gegenwärtigen Arbeit bedingtwurde.

Einige einzelne Regeln der Anordnung können nun desto be-stimmter angegeben werden, um das weilläuftige Gebäude prü-fender zu durchschauen.

Die Grundregel, welche dem Ganzen seine Wahrheit sichernsoll, ist die: von Beobachtung zu Beobachtung, nicht von Meinungoder Hypothese zu Beobachtung fortzuschreiten. So schwer undöfter in der That unmöglich es auch sein mag, dieser auf dasHaar getreu zu bleiben: so wird man sich doch der Consequenziu ihrer Anwendung immer um so mehr nähern, je mannichfalti-ger die Zahl und Art der treuesten Beobachter, und zwar derverschieden gebildeten aus den nahesten und entferntesten Ländernund Jahrhunderten ist. Daher hier wo möglich die bewährtestenZeugnisse aller Völker und Zeiten für jedes einzelne Factum undjeden Punct desselben dicht zusammengedrängt, wenn nicht zurVereinigung doch zur Vergleichung (und zwar in den ihnen eigen-thümlichen Ausdrücken, die gewöhnlich individnalisirend sind), ste-hen sollten. Was so durch Vielfarbigkeit und Umständlichkeit aufder einen Seite verloren geht, wird im Ganzen immer wieder anWahrheit gewonnen werden. Dann schließt sich an die specielleAnsicht und selbst an den Ausdruck über jedes Factum, an seinerhistorischen Stelle jedesmal die specielle Theorie an, welche janicht selten auch schon der beflügelte Genius der weitern Forschunggeworden ist. Auch wol die Hypothese wird da im Vorbeigehnihr Plätzchen finden, die ja dann und wann einmal, freilich nurwenn sie von einem Halley, Leibnitz, Lucas oder von einemFranklin ausgeht, ihrem Jahrhundert, oder von einein Pythago-ras, wie die des Sonnensystems, ihrem Jahrtausend voraussprin-gen kann.

Die Grundregel, welche der Darstellung ihren Character giebt,ist diejenige, welche das Räumliche bestimmt. Einmal nämlichder Länge und Breite nach, welche man hier die geographische,und zweitens der Tiefe und Höhe nach, welche man hier die phy-sische Dimension mit Recht nennen könnte. Jene wird durch die