einer allgemeinen vergleichenden Geographie. 3t
berg , Sebastian Frank oder M. Quaden v. Kinkelbach in „Teut-scher Nation Herrlichkeit" sein Vaterland beschreibt.
Eben so nothwendig wird dies zu wissen sein, wenn ein Ve-netianer Marko Polo, ein Armenier Haiton, ein Byzantiner Pro-copius, ein Perser Scherifeddin, ein Araber Ebn-Haukal, ein Be-wohner Indiens Abu Fazil, ein chinesisches Corps von Gelehr-ten in Kaiser Kang- hi's chinesischer Geographie, neben einigenneu-europäischen Zeugnissen und den Historien der Alten, alsdie Hauptautoritäten der Natur des asiatischen Hochlandes er-scheinen.
Nicht gleichgültig ist eS zu wissen, ob ein See- oder eincontinentaler Mann, ob ein Platt- oder Hochländer, ein wissen-schaftlich gebildeter mit Erfahrung, oder auch mit Theorien undGlaubensvorurtbeilen der Zeit ausgerüsteter Mann, oder ob nurein solcher, dem der schlichte Menschenverstand überall zu Gebotestand, diese oder jene Thatsache aufgefunden und mitgetheilt hat.Denn nur wenige unter allen besitzen diejenige Gabe der treuenUeberlieferung, der scharfen Sonderung und der kindlichen An-spruchslosigkeit in der Mittheilung, welche den Vater dieser Wis-senschaft, Herodotus, zugleich zum Muster aller Berichterstattungerhoben hat.
2. Natur der Quellen.
Doch die Natur der Quellen, aus welcher uns die That-sachen zugekommen sind, ist noch in anderer Hinsicht von mannich-faltigerer Art, in sofern sie aus eigenen Naturbeobachtungen flie-ßen, oder durch Anderer Untersuchungen und Berichte mitgetheilt,oder aus den Resultaten dieser Berichte, zu denen auch Zeichnun-gen und Landkarten gehören, geflossen sind.
Ohne alle eigene Ansicht der Erdoberfläche und der Erkennt-niß ihrer bedeutendsten Hauptformen, würde diese Arbeit nichtanSgeführt worden sein. Da jedoch die Umstände dieselbe begün-stigten, so konnten viele Thatsachen über die wesentlichsten geo-graphischen Naturverhältnisse des deutschen Vaterlandes und sei-ner Bewohner von der Oder bis zum Rhein und zur Donau