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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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einer allgemeinen vergleichenden Geographie. 33

Verhältniß hervor, nach welchem Landkarten als Quellen für phy-sicalische Erdkunde benutzt werden dürfen.

Sie sind überhaupt nur selten aus eigenen Anschauungen undden Resultaten mit Critik versammelter Beobachtungen hervorge-gangen, ungeachtet sie immer in diktatorischer Form auftretenmüssen. Zu jenen seltneren zählen wir, um nur die Idee der-selben zu vergegenwärtigen, La Condamine's und A. v. HumboldtsKarten von Peru und Mexico , Rennells Atlas von Bengalen,v. Hermelins Atlas von Schweden, Cassini's Karren von Frank-reich, Rizzi Zannoni's Meisterblätter von dem Küstenlande Cam-pagna Felice, Peter Anichs erste Karte von Tprol, oder als Mei-sterstück aller Specialkarten im Kleinen die Lsris cls eiissss vonLudwig XIV., und im Großen Greens Werk über Bayern , Am-mans und Bohnenbcrgers Werk über Schwaben , le Coq überWestphalen, und viele andere mehr. Zu denjenigen, welche spe-cielle Naturformcn mit einer gewissen Vollständigkeit nach eigenerAnschauung und Erforschung darstellten, gehören A. v. HumboldtsMusterblatt der mericanischcn Hochebene, Lichtensteins Versuchüber die Terrasscnform von Südafrika, Marsigli's und v. Wicbe-kings Stromkarten der Donau und des Rheins, v. Nicdls Fluß-karte von den Bairischen Flächen, Moosen und Seen, I. T. Reinke'sMündungskarte der Elbe und Weser ; vom Meeresboden W. Hea-thcrs Karte von der Ostsee und Nordsee ; vom Vulkanboden,Bory'S Karte der Insel Bourbon und Frepcinetö von Jsle de France;von einem Alpengcbirgslande die Hauptblätter der I. H. Weißi-schen Schweizerkarte. Die neueste Zeit hat Meisterstücke von sol-chen Karten für die Form eines Gcbirgsstocks geliefert durch dieBlätter von Salzburg und Kärnthen, welche einem deutschenErzherzog ihr Dasein verdanken, und für die submarine Küstcn-form in den gleich bewundernswürdigen Blättern der peripheri-schcn Karte Australiens von Flinders.

Diese und ähnliche, nur freilich immer seltene Erscheinungen,die an sich selbst schon zum tiefern Studium ausfordern, müssenhier in jeder Hinsicht als die trefflichsten Quellen genannt wer-den. Viele ausgezeichnete Blätter und Arbeiten, wie die eines

Ritter Beitrüge. C