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Einleitung zu dem Versuche
kannten nach allen Seiten bestimmter zu begrenzen, zu characteri-siren, ihr Wesen zu enthüllen und mit ganz neuen zu bereichern.Er betrachtete jedes Locale nach seinem Aeußcrn und Innern, nachseiner Individualität und im Verhältniß zum Ganzen. Er wußteim Bau der Erdoberfläche, nach der physischen Dimension hin,fast auf jedem Schritte von Stufe zu Stufe eine merkwürdigeThatsache in der Natur aufzudecken, und dieser gegenwärtige Ver-such verdankt seinen belehrenden Mittheilungen, seiner Theilnahmemanche Berichtigung und zum Theil auch den Muth, in seinernoch so unvollkommenen Gestalt öffentlich zu erscheinen.
Durch die vereinten Bestrebungen beider genannten Freundewurden die geognostischen Verhältnisse der Erdrinde in der Rich-tung der Parallelkrcise, durch v. Humboldt unter den Tropen, undin der Richtung der Meridiane in der Nordhalbkugcl durch v. Buch,von der Südspitze Italiens durch das Herz von Europa bis zumskandinavischen Nordcap genauer durchforscht und der Anfang zueiner Vcrgleichung von beiden möglich gemacht. Beide bereicher-ten ihre Wissenschaft, zum großen Vortheil der Erdbeschreibung,mit der vergleichenden Methode. Welcher Gewinn würde für sienoch daraus hervorgehen, wenn diese Naturforscher, auf dem Hoch-lande Asiens zusammentreffend, ihre Beobachtungen und Forschun-gen über das Erdganze wiederholen und mittheilen könnten.
Indessen wußte auch der dritte Mann des frühgeschlvssenengeognostischen Bundes, I. C. Freicslcben, in dem mehr räumlichbeengten Felde seiner praktischen Wirksamkeit durch seine Arbeitüber das Kupferschiefer-Gebirge der Thüringer Landschaft, wiefrüher schon der ehrwürdige Heim in seinem Werke über das Thü-ringer Waldgebirge, ein Muster für Erdforschung und Mittheilungder Thatsachen der Natur in ihrem Zusammenhange aufzustellen.Es bewährte sich in den Wirkungen dieser Drei, wie auch dasreinwissenschaftliche Streben durch Jugendfrcundschaft nicht nuran sich schon gesteigert wird, sondern auch jedesmal im Erfolg fürdie Welt einen höheren Einfluß gewinnen muß.
I. G. Ebel hatte indeß in seinem classischen Werke über dieSchweiz , das dort an jeder Stelle wie ein weiser Freund zu dem